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Acer-Chef: Windows 8-Erfolg entscheidet sich in Nord-Amerika

Computer Acer-Chef: Windows 8-Erfolg entscheidet sich in Nord-Amerika

Ob sich Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 schnell am Markt behauptet, wird sich nach Einschätzung von JT Wang, Chef des PC-Herstellers Acer, wesentlich in Nordamerika entscheiden.

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Der bunte Startbildschirm von Windows 8. Die Computer-Hersteller erhoffen sich vom neuen Windows Betriebssystem einen Schub für ihre Produkte.

Quelle: Caroline Seidel

Berlin. Dort müssten sich neue Tablets und PCs mit Windows 8 vor allem gegen Apple beweisen und zeigen, dass sie im höherpreisigen Marktsegment genauso erfolgreich sein können wie die Produkte des iPad-Herstellers, sagte Wang der "Digitimes" aus Taiwan am Mittwoch. Die Elektronikhersteller gehen derzeit davon aus, dass Computer und Tablets mit Windows 8 kaum im unteren Preissegment angeboten werden können.

Der PC-Markt leide derzeit unter der Finanzkrise in Europa, könne aber mit Windows 8 später im Jahr durchaus wieder anziehen, schätzt Wang. Wegen der vergleichsweise hohen Preise, die vor allem die mobilen Windows-8-Geräte haben werden, dürfte sich ein Erfolg in erster Linie in entwickelten Märkten beweisen. Selbst im Wachstumsmarkt China sei die Nachfrage nach PCs leicht gebremst. Nordamerika dürfte deshalb zum Schlüsselmarkt werden, da dort die Kaufkraft der Kunden derzeit groß sei und das Interesse an innovativen Produkten ausgeprägt.

Nach Prognosen von Analysten könnte Windows 8 aber vor allem im Markt der Tablets vor Problemen stehen, denn der Preis könnte einen schnellen Erfolg bremsen. Geräte mit Microsofts speziellem Tablet-System Windows RT dürften bis zu 600 Dollar kosten und lägen damit noch über den Preisen einiger iPad-Modelle, sagte IDC-Analyst Tom Mainelli der "Computerworld".

Wegen der speziell für die Touch-Funktionen erforderlichen Spezifikationen könnten die Geräte aber kaum günstiger angeboten werden. Bei einem Preis von 600 Dollar fehle ein Anreiz für die Kunden, sich für ein Tablet mit Windows 8 RT und gegen ein iPad von Apple entscheiden, sagt Mainelli. Nicht alle Analysten teilten aber Mainellis Einschätzung, schreibt die "Computerworld". So gingen manche Marktbeobachter von Preisen zwischen 300 und 500 Dollar aus.

Doch selbst mit einem aggressiven Preis könnte es Microsoft schwer haben, sich in dem Markt zu behaupten. "Das Windows RT-Betriebssystem ist prima, aber der Tablet-Krieg ist derzeit so sehr auf Apple ausgerichtet, dass Microsoft mit etwas substanziell Besserem auf den Markt kommen müsste", sagt Zeus Kerravala, Analyst der Beratungsgesellschaft ZK Research dem Magazin. "Und das kann ich kaum sehen."

Mit Windows 8, das voraussichtlich ab Herbst fertiggestellt ist, liefert Microsoft erstmals auch eine spezielle Version aus, die auf Tablet-Computer mit ARM-Prozessoren zugeschnitten ist. Traditionell läuft das Windows-Betriebssystem auf x86er Prozessoren von Intel, die aber bislang kaum in den Tablets verbaut werden.

Das marktreife System dürfte sich nur noch minimal von der letzten Vorabversion (Release Preview) unterscheiden, die Microsoft erst vergangene Woche veröffentlicht hat. Das System wird als solide Plattform gewertet. Dass es sich aber "dramatisch" von Apples iPad absetzt, bezweifeln manche Branchenbeobachter wie Preston Gralla von der "Computerworld". Deshalb, so das Fazit von Gralla, könne zumindest Windows RT nur über den Preis gewinnen.

dpa

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