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Alarm bei Karstadt: Verdi fürchtet Verlust Tausender Jobs

Handel Alarm bei Karstadt: Verdi fürchtet Verlust Tausender Jobs

Verdi schlägt Alarm: Bei den Karstadt-Sport- und Warenhäusern drohen nach Einschätzung der Gewerkschaft der Verlust Tausender weiterer Arbeitsplätze und die Schließung zusätzlicher Filialen.

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Karstadt-Hauptverwaltung in Essen: Verdi fürchtet den Verlust Tausender Arbeitsplätze.

Quelle: Roland Weihrauch/Archiv

Düsseldorf. "Die Arbeitgeber haben bei der letzten Tarifverhandlung am 10. April deutlich gemacht, dass sie in beiden Unternehmen weitere Filialschließungen und zusätzlichen Personalabbau planen", berichtete Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. Im schlimmsten Falle seien fast 40 Prozent der verbliebenen knapp 16 000 Arbeitsplätze gefährdet, warnte der Gewerkschafter.

Der Karstadt-Mutterkonzern Signa wollte die Äußerungen von Verdi nicht kommentieren. Doch hatte das Unternehmen von Karstadt-Eigentümer René Benko schon in der Vergangenheit keinen Zweifel daran gelassen, dass den Karstadt-Beschäftigten noch ein harter Weg bevorsteht. Die Sanierung von Sport- und Warenhäusern müsse "zwingend weitgreifende Personalkosteneinsparungen zur Folge haben", betonte Signa erst in der vergangenen Woche.

Standen bislang bereits 21 der 81 Karstadt-Warenhäuser wegen schlechter Zahlen auf dem Prüfstand, so sollen nun Verdi zufolge sieben weitere Häuser auf die sogenannte Fokusliste gesetzt werden. "Die Häuser könnten damit in den nächsten Monaten geschlossen werden", warnte die Gewerkschaft.

Außerdem sollen sechs der 28 Sporthäuser genauer unter die Lupe genommen werden. In zehn weiteren Sports-Filialen sei außerdem ein Personalabbau geplant, berichtete Verdi. Angedacht sei außerdem die Möglichkeit, Verkaufsflächen unterzuvermieten. "Nach den neuen Plänen der Arbeitgeber wären in beiden Unternehmen fast 40 Prozent der verbleibenden Arbeitsplätze gefährdet", sagte Peukes.

Doch auch die florierenden Filialen wären Verdi zufolge nicht sicher. "Nach den bisherigen Plänen Benkos soll es für kein Haus eine Standortgarantie geben", sagte Peukes. Selbst die Häuser, die schwarze Zahlen schreiben, sollten jederzeit geschlossen werden können, wenn eine andere Nutzung attraktiver erscheine. Ausgenommen sind lediglich die Premium-Häuser - KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger - für die kürzlich ein Tarifvertrag geschlossen wurde.

Die Pläne der Karstadt-Eigner hätten nichts mehr mit der Entwicklung eines erfolgreichen Konzepts für das Warenhaus der Zukunft zu tun. Es gehe offenbar nur noch um "rücksichtlosen Kahlschlag", sagte der Gewerkschafter.

Für den Handelsexperten Thomas Roeb ist der aktuelle Streit nicht zuletzt ein Signal für die nach wie vor schwierige Situation von Karstadt. "Das Warenhaus ist ein Konzept in schwerer See. Mit gutem Kapitän und sicherer Mannschaft kann es, wie das Beispiel Kaufhof zeigt, überleben." Wenn es aber einmal leckgeschlagen sei, sei eine Rettung extrem schwierig.

dpa

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