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Aus für "Secret" - App für anonyme Mitteilungen macht dicht

Computer Aus für "Secret" - App für anonyme Mitteilungen macht dicht

Vor gut einem Jahr war die App "Secret" ein neuer Liebling der Tech-Elite - jetzt kommt das Aus. Gründer und Chef David Byttow gab am Mittwoch die Schließung der Anwendung bekannt, über die Nutzer anonym alle möglichen heiklen Dinge oder auch Geheimnisse mit dem Rest der Welt teilen konnten.

San Francisco. n.

"Secret" entspreche in der aktuellen Form nicht mehr der Vision, die er beim Start gehabt habe, schrieb Byttow auf der Plattform "Medium". Die App sei in 16 Monaten von über 15 Millionen Menschen genutzt worden.

Nach der anfänglichen Begeisterung in Technologie-Blogs, die schon einen Facebook-Herausforderer witterten, mussten die Macher von "Secret" schnell feststellen, dass Anonymität ihre Schattenseiten hat.

Die App geriet wegen Mobbings in den Einträgen in die Kritik, in Brasilien gingen deswegen Behörden gegen sie vor. "Secret" wurde mehrfach umgestaltet, ein Mitgründer ging im Januar, weil er mit dem neuen Design nicht einverstanden gewesen sei.

Secret hatte sich über 30 Millionen Dollar bei Investoren besorgt. Allein im vergangenen Sommer gaben sie den Unternehmern 25 Millionen Dollar - dabei wurde die Firma laut Medienberichten insgesamt mit 100 Millionen Dollar bewertet. Die Geldgeber sollen nun die noch vorhandenen Mittel zurückbekommen, schrieb Byttow.

Die ähnlich funktionierende App "Whisper" gab zur selben Zeit bekannt, dass sie die Marke von zehn Millionen aktiven Nutzern im Monat geknackt habe. "Whisper" hatte schneller bei Mobbing durchgegriffen und ein Team zum Löschen beleidigender Mitteilungen eingesetzt.

Außerdem wurde frühzeitig darauf geachtet, dass keine Namen genannt werden können. Zudem griff "Secret" auf das Adressbuch zu und die Nutzer konnten dadurch erkennen, dass die "Geheimnisse" aus ihrem Bekanntenkreis kommen - was die Anonymität relativieren konnte. Die Nutzerzahlen seien in den vergangenen Monaten deutlich rückläufig gewesen, schrieb die "New York Times".

dpa

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