14 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Berichte: Hauptstadtflughafen wird um eine Milliarde teurer

Luftverkehr Berichte: Hauptstadtflughafen wird um eine Milliarde teurer

Nach dem verschobenen Eröffnungstermin für den künftigen Hauptstadtflughafen zeichnen sich erhebliche Mehrkosten ab. Die reinen Baukosten dürften auf 3,4 Milliarden Euro steigen, wie die "Bild"-Zeitung (Freitag) berichtet.

Voriger Artikel
Amerikaner sammeln 220 000 Dollar für gedemütigte Rentnerin
Nächster Artikel
Gutachten: Spaniens Banken brauchen bis zu 62 Milliarden Euro

Zeitungsberichten zufolge wird Berlins neuer Flughafen mehr als 4 Milliarden Euro kosten.

Quelle: Patrick Pleul

Berlin. Zuletzt war von knapp drei Milliarden Euro ausgegangen worden.

Hinzu kämen Ausgaben für den Weiterbetrieb der Flughäfen Tegel und Schönefeld bis zur geplanten BER-Eröffnung am 17. März 2013 sowie Schadensersatzforderungen und Schallschutz für die Anwohner. So könnten für das Projekt insgesamt mehr als vier Milliarden Euro fällig werden, wie auch die "Berliner Zeitung" (Freitag) berichtet.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft wird sich an diesem Freitag in Schönefeld mit den Kosten und dem nun angestrebten Eröffnungstermin des BER beschäftigen. "Wir nehmen zu Spekulationen keine Stellung", sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel zu den möglichen Mehrkosten. Der Finanzrahmen für den Bau liegt bisher bei 3,36 Milliarden Euro - davon 2,4 Milliarden Euro aus Krediten.

Für den Weiterbetrieb nur von Tegel und Schönefeld werden laut "Bild"-Zeitung 150 Millionen Euro fällig. Hinzu kämen wohl Schadensersatzforderungen von rund 100 Millionen Euro. Ein wichtiger Posten bei den Mehrkosten sei der Schallschutz, der nach dem jüngsten Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg verbessert werden muss. Dem Blatt zufolge könnte das die Ausgaben von bisher 157 Millionen um weitere 550 bis 600 Millionen Euro in die Höhe treiben.

Der Bund will beim Eröffnungstermin keine Ungewissheiten mehr in Kauf nehmen. "Wenn es am Freitag im Aufsichtsrat auch nur den geringsten Zweifel daran gibt, dass der 17. März gehalten werden kann, werde ich den Antrag stellen, über den Eröffnungstermin noch mal zu reden", sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), der Zeitung "B.Z." (Freitag). Er ist Mitglied des Gremiums.

Die Flughafengesellschaft sieht den neuen Eröffnungstermin nicht gefährdet. "Nach unserer Einschätzung genügen sechs Monate Bauzeit, um auch Mängel zu verfolgen und zu beseitigen", sagte Kunkel der Nachrichtenagentur dpa. "Grundsätzlich nehmen wir die Äußerungen des Landkreises ernst." Nach der Verschiebung des Termins für die Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld ist der 17. März 2013 geplant - dies hatte die Genehmigungsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald am Mittwoch aber infrage gestellt.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), auch Chef des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft, sagte am Donnerstag: "Ich habe keine Erkenntnisse zurzeit, dass dieser Termin nicht steht." Auf Nachfrage, ob bei der Sitzung ein anderer Termin genannt werden könnte, sagte Wowereit: "Wir werden morgen beraten."

Wowereit sagte, es gehe nicht darum, zu spekulieren, sondern "hart daran zu arbeiten, dass dieser Termin gehalten wird. Die Firmen werden sich bekennen müssen. Wir werden das überprüfen. Und dann wird man auch Aussagen machen können".

Der Aufsichtsratsvorsitzende kündigte Maßnahmen zur Sicherung des Starttermins an. Denn die verschobene Eröffnung vom 3. Juni habe ja gezeigt, "dass bis zum Schluss offensichtlich Irrtümer vorhanden waren, ob dieses Projekt sich zu dem Termin verwirklichen lässt oder nicht. Deshalb müssen wir eine besondere Sorgsamkeit über die Termingestaltung haben", sagte Wowereit.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft aus der Welt 2/3