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Boeing hängt Airbus zum Messestart ab

Flugzeugbau Boeing hängt Airbus zum Messestart ab

Vorsprung für Boeing: Der Flugzeugbauer aus den USA hat seinen Konkurrenten Airbus zum Start der Luftfahrtschau in Farnborough fürs Erste hinter sich gelassen.

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Großauftrag bei der Flugschau: Der US-Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation (ALC) bestellte 75 Flugzeuge und sicherte sich Optionen für weitere 25 Exemplare.

Quelle: Boeing

Farnborough. Auf der Messe vor den Toren Londons sicherte sich Boeing einen Milliardenauftrag für 75 Exemplare seines modernisierten Mittelstreckenjets 737-MAX vom US-Flugzeugfinanzierer ALC. Airbus meldete nur eine Order für vier A320neo. Der europäische Flugzeugbauer legt unterdessen bei den großen Langstreckenjets nach und bringt den Airbus A330 auf Vordermann. Mit einer vergrößerten Reichweite und höherer Zuladung soll die A330 dem Kassenschlager Boeing 777 künftig Kunden abjagen.

Auf der in diesem Jahr größten Luftfahrtmesse sind nach Angaben der Veranstalter rund 1400 Aussteller vertreten, bis Sonntag werden 250 000 Besucher erwartet. Der britische Premierminister David Cameron nahm zum Messestart bei seinem Rundgang auch das weltgrößte Passagierflugzeug A380 und den Militärtransporter A400M von Airbus in Augenschein. Die A400M bleibt jedoch am Boden, nachdem in einem Triebwerk Metallspäne entdeckt worden waren. Flugmanöver über der Messe waren dem Hersteller daher zu riskant.

Mit dem Großauftrag für die 737-MAX versucht Boeing im Massenmarkt den Vorsprung aufzuholen, den sich Airbus mit dem Erfolg seinem Konkurrenzmodell A320neo seit anderthalb Jahren erarbeitet hat. Am Montag sicherte sich der US-Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation (ALC) bei Boeing zugleich Optionen für weitere 25 Maschinen der 737-MAX: Laut Preisliste haben die fest bestellten Maschinen einen Gesamtwert von 7,2 Milliarden US-Dollar (5,9 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Die Aktien von Boeing und der Airbus-Mutter EADS reagierte mit Kursgewinnen auf die Nachrichten der beiden Flugzeugbau-Giganten. Für die EADS-Titel ging es an der Pariser Börse um 1,66 Prozent auf 28,535 Euro nach oben. Die Boeing-Aktie legte in New York 0,98 Prozent auf 74,41 Dollar zu.

Bereits am Freitag hatte die Fluggesellschaft Virgin Australia einen Auftrag über 23 Exemplare der 737-MAX festgezurrt. Damit hat Boeing jetzt Bestellungen für insgesamt 549 der Maschinen in den Büchern.

Das Airbus-Modell A320neo liegt mit gut 1400 Aufträgen allerdings noch weit vorne. "Natürlich wollen wir wieder an die Spitze", sagte der neue Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Ray Conner. Die Jets sind die modernisierten Varianten der Erfolgsmodelle 737-NG und A320 und sollen bis zu 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als ihre Vorgänger.

Airbus zog einen bemerkenswerten Auftrag aus Israel an Land - dort haben ansonsten die Flugzeuge von Boeing Vorrang. Bei Airbus bestellte nun Arkia Israeli Airlines vier Jets der längsten Variante A321neo, der Wert nach Listenpreis liegt insgesamt bei 453 Millionen Dollar.

Bei den Großraumjets zieht Airbus nach, um der erfolgreichen Boeing 777 auf der extremen Langstrecke Paroli bieten zu können. Der Airbus A330 soll durch effizientere Triebwerke und eine bessere Aerodynamik auf eine größere Reichweite und ein höheres Startgewicht kommen, wie Airbus-Verkaufschef John Leahy ankündigte: "Die große Reichweite der Boeing 777 war der Grund dafür, dass sie sich so gut verkauft hat."

Künftig soll die A330-300 mit 11 020 Kilometern fast genauso weit fliegen können und etwa nonstop von Frankfurt nach Kapstadt oder von London nach Tokio kommen. Den ersten Auftrag für die neue Version will Leahy noch auf der Messe bekanntgeben. Boeing denkt derweil ebenfalls über eine Modernisierung seines "Triple-Seven" genannten Verkaufsschlagers nach.

Derweil rechnet Boeing mit einem Auftragsschub für die bisher Neuauflage seines Flaggschiffs 747. "Wir führen Gespräche und erwarten einige Aufträge in den kommenden Monaten", sagte Conner. Bisher hat Boeing für den neuen Jumbo mit der Bezeichnung 747-8 lediglich 36 Bestellungen in den Büchern. 20 davon stammen von der Lufthansa.

Unterdessen zieht die Auftragsflut für die A320neo-Familie Bestellungen für die Triebwerksbauer nach sich. Die Norwegian Air Shuttle orderte für ihre bereits bestellten 50 Airbus-A321-Jets das Triebwerk PW1100G-JM, das von der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney und dem Münchner Triebwerkshersteller MTU hergestellt wird. Die philippinische Fluglinie Cebu Pacific traf für ihre 30 fest bestellten Airbus-Flieger die gleiche Entscheidung.

dpa

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