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Commerzbank macht Hoffnung auf Dividende - Boni-Plan gescheitert

Banken Commerzbank macht Hoffnung auf Dividende - Boni-Plan gescheitert

Die Commerzbank kann den Bonus-Deckel für Top-Mitarbeiter nicht wie geplant anheben. Das Vorhaben, die Obergrenze für Sonderzahlungen von 100 auf 200 Prozent des Grundgehalts zu verdoppeln, scheiterte am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Frankfurt vor allem am Widerstand des Bundes als Großaktionär des Dax-Konzerns.

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Das Logo der Commerzbank prangt am Hauptsitz der Bank in Frankfurt am Main.

Quelle: Daniel Reinhardt

Frankfurt/Main. s. Mit knapp 65 Prozent Zustimmung bekam der Antrag nicht die erforderliche Mehrheit von 75 Prozent des anwesenden Aktienkapitals.

Auch die Aussicht auf die erste Dividende seit 2007 hielt die Anteilseigner nicht davon ab, die Bonus-Pläne der Konzernführung zu durchkreuzen. "Wir planen für das Jahr 2015 wieder eine Dividende auszuschütten", sagte Vorstandschef Martin Blessing. "Das ist ganz klar unser Anspruch. Ob es am Ende des Jahres reichen wird, müssen wir abwarten." Die Stärkung der Kapitalpuffer habe Vorrang.

Commerzbank-Aktionäre haben zuletzt für das Geschäftsjahr 2007 eine Dividende erhalten. Seit Blessings Amtsantritt im Mai 2008 fiel die Gewinnausschüttung aus. Zudem mussten die Aktionäre zehn Kapitalerhöhungen hinnehmen, was ihre Anteile massiv verwässerte. Erst in dieser Woche besorgte sich die deutsche Nummer zwei rund 1,4 Milliarden Euro durch die Ausgabe von Millionen neuer Aktien.

Die Commerzbank war in der Finanzkrise 2008/2009 vom Bund mit 18,2 Milliarden Euro gerettet worden. Die direkten Hilfen sind inzwischen zurückgezahlt. Dennoch ist der Bund bis heute größter Einzelaktionär. Bei der Hauptversammlung war er noch mit gut 17 Prozent der Anteile vertreten. Infolge der jüngsten Kapitalerhöhung sinkt die Beteiligung auf 15,6 Prozent.

Die Commerzbank wollte die Bonus-Obergrenzen für Führungskräfte unterhalb des Vorstands und für Top-Händler anheben. Sonderzahlungen sollten künftig doppelt so hoch ausfallen dürfen wie deren Grundgehalt.

Derzeit darf die variable Vergütung maximal so hoch ausfallen wie das Fixgehalt. Mit der Neuregelung wollte die Bank wie andere Institute eine EU-Regelung ausschöpfen. Die Commerzbank wollte so Talente langfristiger binden und bei deren Vergütung flexibler sein. Die Neuregelung hätte aktuell für 210 Mitarbeiter gegolten.

Unbegrenzte Boni hatte die EU als Lehre aus der Finanzkrise unterbunden, Kritiker sehen hohe Boni aber weiterhin als Anreiz für riskante Geschäfte. Vorstandschef Martin Blessing hatte erklärt, im Falle einer Ablehnung der höheren Bonus-Grenzen könnte die Commerzbank gezwungen sein, einzelnen Mitarbeitern höhere Grundgehälter zu zahlen. Dann habe das Institut aber in schlechten Zeiten weniger Flexibilität, um Personalkosten zu senken.

Dagegen ging die Erhöhung der Bonus-Obergrenze für den Vorstand mit fast 99 Prozent Zustimmung durch. Die Mitglieder des Gremiums können nun künftig maximal 140 Prozent ihres Grundgehalts als variable Vergütung zusätzlich kassieren - vorausgesetzt, die Bank erreicht ihre Geschäftsziele. Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hatte betont, damit sei keine Gehaltserhöhung verbunden.

"Im Vergleich zu anderen Banken sind die Gehälter bei unserer Commerzbank nicht ungerechtfertigt oder überzogen hoch", befand der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Klaus Nieding. Dennoch hätte er sich beim Thema Boni mehr Fingerspitzengefühl von der Führung der Bank gewünscht: "Die Commerzbank ist keine normale Bank, sondern eine politische Bank."

Im Tagesgeschäft machte die Commerzbank zu Jahresbeginn trotz extrem niedriger Zinsen weiter Fortschritte. Der Überschuss stieg von 200 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 366 Millionen Euro.

dpa

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