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Google setzt bei Musik-Playlisten nicht nur auf Algorithmen

Musik Google setzt bei Musik-Playlisten nicht nur auf Algorithmen

Intelligente Song-Auswahl gilt als der Schlüssel für den Erfolg neuer Musikdienste. Google setzt - wie auch Apple - auf Playlisten, die von Menschen zusammengestellt werden.

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Googles neue Playlisten sind «gewissenhaft von Menschen statt Robotern» zusammengestellt, sagte das Unternehmen.

Quelle: Rainer Jensen

Berlin. Im zunehmenden Wettbewerb der Online-Musikdienste will Google nun auch in Deutschland mit Playlisten für verschiedene Lebenslagen gegen die Konkurrenz punkten.

Die Auswahl von Songs wird dabei auf Tageszeit und Beschäftigung zugeschnitten: Etwa Musik zum Kochen, Aufräumen, Sport oder für romantische Stunden.

Die Playlisten seien "gewissenhaft von Menschen statt Robotern" zusammengestellt worden, betonte Produktmanager Elliott Breece bei der Vorstellung des Angebots in Berlin. Zugleich solle die exakte Auswahl der Titel aber auch von der Software an den Geschmack einzelner Nutzer angepasst werden.

Es gehe darum, die Arbeit menschlicher Kuratoren und von Algorithmen zu verschmelzen, betonte Breece. Insgesamt habe "Google Play Musik" hunderte Playlisten für unterschiedliche Situationen im Angebot.

Dabei würden zunächst nur Informationen aus dem Streaming-Dienst selbst ausgewertet, nicht aber etwa aus Google-Suchanfragen. "Wir haben Zugang zu sehr vielen Nutzer-Informationen. Aber wir wollen sehr transparent für die Nutzer vorgehen", sagte Breece. Er halte es für wahrscheinlich, dass in Zukunft Musikdienste im Tagesverlauf ganz automatisch Songs für die Nutzern aussuchen können, auf Basis von Informationen, die sie über sie bekommen.

Auch Apple betont bei seinem neuen Streaming-Musikdienst die Rolle von Menschen zusammengestellter Playlisten. Generell gelten in dem Geschäft die Personalisierung und Hilfe bei der Suche nach der passenden Musik als Schlüssel für den Erfolg der neuen Online-Dienste.

Er glaube, dass "die Zukunft der Musik nicht darin liegt, dass Leute die richtigen Songs finden, sondern dass die Musik die Leute zur richtigen Zeit erreicht", sagte Breece. Er war Mitgründer des auf Themen-Playlisten spezialisierten Startups Songza, das von Google gekauft wurde. Beim neuen Service werden die Playlisten lokalisiert unter anderem von Musik-Journalisten, Kritikern und DJs zusammengestellt.

Streaming-Dienste, bei denen die Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird, sind aktuell im Aufwind auch in Deutschland. Weltweit gilt Spotify als Marktführer mit 75 Millionen Nutzern, von denen 20 Millionen zahlende Abo-Kunden sind. Auch Spotify arbeitet daran, den Dienst stärker zu personalisieren - und benötigt dafür den Zugang zu mehr Nutzerdaten.

Außerdem gibt es diverse andere Dienste wie Deezer, Juke, Napster oder Rdio. Ende Juni stieg auch Apple in das Geschäft ein und kam in der noch laufenden Gratis-Probezeit auf elf Millionen Nutzer binnen eines Monats.

dpa

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