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Ostseeklinik Holm baut an

Große Nachfrage Ostseeklinik Holm baut an

Viele Reha-Kliniken in Deutschland sind nicht ausgelastet, zahlreiche schreiben roten Zahlen. Der Kostendruck ist hoch, und Investitionen werden daher häufig verschoben. Die Ostseeklinik in Schönberg-Holm befindet sich in einer anderen Situation: Sie baut an.

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Geschäftsführer Thomas Fettweiß vor der Baustelle für den geplanten Anbau der Ostseeklinik Schönberg

Quelle: Sonja Paar

Schönberg. Für rund 13 Millionen Euro entsteht ein neues Bettenhaus mit Platz für 100 Patienten. Denn die Nachfrage nach einem Platz in Holm ist so groß, dass wöchentlich Patienten abgelehnt werden müssen.

 Die Klinik hatte gerade erst vor fünf Jahren eine große Investition abgeschlossen, für rund 18 Millionen Euro war ein neues Bettenhaus mit 235 Plätzen gebaut worden, so dass die Klinik ihre bis dahin gemieteten Patientenzimmer zurückgeben konnte. Die Ostseeklinik bietet medizinische Rehabilitation an sowie Anschlussheilbehandlungen (AHB) nach Krankenhausaufenthalten. Sie behandelt Patienten mit Erkrankungen des Herzens und Kreislaufs (Kardiologie), der Atemwege (Pneumologie) und des Bewegungsapparates (Orthopädie). Und das offensichtlich mit Erfolg, wie Geschäftsführer Thomas Fettweiß berichtet: „Nach der Einweihung des Neubaus 2010 haben wir sehr schnell festgestellt, dass die Nachfrage exorbitant in die Höhe schnellte.“ Derzeit gibt es Wartezeiten für Reha-Patienten bis Weihnachten, und pro Woche müssen laut Fettweiß um die 25 AHB-Patienten abgelehnt werden.

 Das war für die Leitung der Klinik ein „Anlass zu großer Sorge und nicht zu Zufriedenheit“, wie der Geschäftsführer berichtet. Denn die Auslastung der Kapazitäten bis an die Grenze, dieser große Erfolg, kann schnell zum Problem werden: dann nämlich, wenn Kostenträger wie Rentenversicherung und Krankenkassen nach mehreren Absagen eventuell gar nicht mehr in Holm anfragen. Daher wurde im vergangenen Jahr beschlossen, die Kapazitäten deutlich zu erweitern. Und damit verbunden ist natürlich auch ein Stellenaufbau. Derzeit beschäftigt die Klinik mehr als 230 Mitarbeiter, sie ist damit der größte private Arbeitgeber in der Probstei. Durch die Erweiterung werden weitere 45 Mitarbeiter benötigt. Die Planungen sehen vor, dass der Anbau im dritten Quartal des kommenden Jahres in Betrieb genommen werden kann.

 Die Klinik ist in Privatbesitz und arbeitet auch wirtschaftlich erfolgreich. Sie kommt derzeit auf einen Jahresumsatz von mehr als elf Millionen Euro und schreibt schwarze Zahlen. Diese Situation dürfte sich, eine weiterhin gute Auslastung vorausgesetzt, durch die Vergrößerung eher verbessern. Denn die Klinik hat dann eine günstigere Kostenstruktur. Sie steht heute schon annähernd gleichgewichtig auf den drei Beinen Kardiologie (65 Plätze), Orthopädie (80) und Pneumologie (85); künftig wird jeder Bereich 110 Betten haben. Dieses Gleichgewicht wird annähernd bei der Art der Therapien erreicht: Die jährlich 3700 Patienten in Holm verteilen sich je zur Hälfte auf Reha und Anschlussheilbehandlung. Und auch bei den Kostenträgern besteht dieses ausgeglichene Verhältnis: Rund 50 Prozent der Behandlungen werden von den Rententrägern bezahlt, 50 Prozent von den Krankenkassen und Privatpatienten. Thomas Fettweiß sieht in dieser ausgewogenen Struktur – neben der Qualität der medizinischen und pflegerischen Versorgung – das entscheidende Erfolgskriterium. Denn wenn in einem Bereich einmal „Saure-Gurken-Zeit“ sei, so der Geschäftsführer, dann werde das in der Regel durch die anderen Bereiche ausgeglichen. Und nicht zuletzt sei auch die Lage eine Stärke: direkt an der Ostsee und nicht weit entfernt von Kiel.

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