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Hacker in Entenhausen: Verlags-Datenbank geknackt

Medien Hacker in Entenhausen: Verlags-Datenbank geknackt

"Ächz, Grübel, Seufz": Entenhausen ist weder vor Panzerknackern noch vor der Bedrohung aus dem Internet sicher. Unbekannte drangen in die Datenbank des deutschen Verlags der "Lustigen Taschenbücher" ein und holten sich Informationen von rund 24 000 Online-Kunden.

Koblenz/Berlin. Die Passwortknacker kopierten im Internetangebot lustiges-taschenbuch.de des Comic-Verlags Egmont Ehapa die Daten der Nutzer. Darunter könnten Namen, E-Mail-Adressen und eventuell auch Postanschriften und Geburtsjahr sein, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Der Verlag rief alle Nutzer auf, ihre Passwörter zu ändern, weil sie auch entwendet wurden - allerdings in verschlüsselter Form. Über den Angriff hatte zuerst die "Rhein-Zeitung" (Koblenz/Mainz) am Dienstag online berichtet.

Die Sprecherin des Verlags machte noch keine Angaben dazu, wie der Angriff entdeckt wurde. Wie viele Informationen abgegriffen wurden, hänge davon ab, was bei der Registrierung eingegeben worden sei. Bei einem Newsletter-Abo seien es etwa nur Name und E-Mail-Adresse. Bei Gewinnspielen sei auch die Anschrift darunter.

Die Webseite zum "Lustigen Taschenbuch" (LTB), auf der sich Leser über Donald Duck und Micky Maus informieren und diskutieren können, warnte die "lieben LTB-Fans" am Dienstag: "Leider müssen wir euch mitteilen, dass nach unserem derzeitigen Kenntnisstand infolge eines Hackerangriffs am gestrigen Montag Daten, die bei www.lustiges-taschenbuch.de (bei der Registrierung etc.) eingegeben wurden, wohl in die Hände Unbefugter gelangt sind."

Die "Lustigen Taschenbücher" (LTB) erscheinen in gedruckter Fassung seit 1967. In dem Internetangebot können sich Leser über die inzwischen 429 Bände und zahlreichen Sonderausgaben informieren, sich in einem Forum austauschen oder einzelne Charaktere aus den Comics erkunden.

Die Attacken auf Firmen-Datenbanken nahmen zuletzt immer weiter zu. Besonders heftig war im vergangenen Jahr der japanische Sony-Konzern betroffen, bei dem Unbekannte Informationen von schätzungsweise mehr als 100 Millionen Nutzern erbeuten konnten.

dpa

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