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Megaliner liegt in Hamburg fest

Hanjin-Pleite Megaliner liegt in Hamburg fest

Wenige Stunden nach dem Koreas größte Containerreederei Hanjin Shipping die Zahlungsunfähigkeit erklärt hat, hat es auch in Hamburg den ersten Frachter getroffen. Der 366 Meter lange Containerfrachter „Hanjin Europe“ ist nicht wie geplant in der Nacht zum Donnerstag aus dem Hamburger Hafen ausgelaufen.

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Die „Hanjin Europe“ war am Dienstagabend aus Spanien kommend in Hamburg eingetroffen.

Quelle: Frank Behling

Hamburg. Das Schiff liegt weiter unverändert am Eurogate-Terminal. Der Terminalbetreiber bestätigte auf Nachfrage einen Zusammenhang zwischen den Meldungen aus Korea und dem abgesagten Auslaufmanöver.

Bei Eurogate  im Waltershofer Hafen war das Schiff  fahrplanmäßig mit Ladung aus Asien am Mittwoch  abgefertigt worden. Laut der Segelliste des Terminalbetreibers sollte das Schiff  um 22.30 Uhr am Mittwochabend ablegen. Dies wurde aber abgesagt. Derzeit ist auch noch nicht klar, wie es mit dem großen Schiff weitergeht. Nach unbestätigten Meldungen hat auch der Terminalbetreiber noch Forderungen an die Reederei. Möglicherweise bleibt das Schiff bis zur Begleichung der offenen Rechnungen an der Pier.

Das 2012 in Korea gebaute Schiff befindet sich im Eigentum der Hanjin Shipping Co Ltd in Seoul und ist eines der Flaggschiffe des koreanischen Reederei-Giganten. In etlichen Häfen in aller Welt waren unmittelbar nach Veröffentlichung der Nachricht aus Korea Schiffe am Mittwoch  in die Kette gelegt worden. So wurden in den USA, Singapur und China  Hanjin-Frachter festgesetzt. Meist waren Forderungen von Terminalbetreibern oder Hafenbetrieben die Ursache.

Die „Hanjin Europe“ war am Dienstagabend aus Spanien kommend in Hamburg eingetroffen. Eigentlich sollte das Schiff am Mittwochabend nach Rotterdam weiterfahren und dort am Donnerstag am Euromax-Terminal im Hafenteil Maasvlakte eintreffen. Dort wurde der Anlauf inzwischen aus der Meldeliste der Lotsen gestrichen.

Nummer 7 auf dem Weltmarkt

Die 141754 BRZ große „Hanjin Europe“ ist das größte bislang in einem deutschen Hafen festgesetzte Containerschiff. Nähere Angaben werden erst im Laufe des Tages erwartet.

Gemessen an der Transportkapazität ist die Hanjin-Pleite laut dem Branchendienst Alphaliner die bislang größte. Nach Auskunft des Dienstes verfügt Hanjin in seinen globalen Liniendiensten derzeit über 98 Frachter mit einer Stellplatzkapazität von 610000 Standardcontainern (TEU). Damit ist Hanjin die Nummer  7 auf dem Weltmarkt.

In Hamburg sind von der Reederei-Pleite auch viele Arbeitsplätze betroffen. Die Reederei Hanjin betreibt eine Niederlassung mit 50 Mitarbeitern im Hafen. Außerdem ist die Reederei Peter Döhle ein wichtiger Partner. Döhle besitzt vier große Containerfrachter des Typs Hyundai 13100, die langfristig an Hanjin verchartert sind. Diese 366 Meter langen Schiffen   sind die größten in der Hanjin-Flotte. Sie können jeweils bis zu 13100 TEU stauen und pendeln zwischen Asien und Europa. FB

Bei der Reederei Döhle wollte man sich nicht zu dem Fall Hanjin äußern. Die von der Reederei Döhle im Auftrag der Hanjin bereederten vier Frachter „Hanjin Asia“, „Hanjin Africa“, „Hanjin Harmony“ und „Hanjin Blue Ocean“ sind derzeit alle auf See. Sie sollen vorerst auch auf See bleiben und nicht in Häfen einlaufen, in denen sie möglicherweise aufgrund offener Forderungen festgesetzt werden könnten, war zu hören.  

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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