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MSC will Spitzenposition in Europa ausbauen

„MSC Meraviglia“ MSC will Spitzenposition in Europa ausbauen

Die Schweizer Reederei MSC Cruises will ihre Führungsposition im europäischen Kreuzfahrtgeschäft weiter ausbauen. In St. Nazaire wurde am Sonnabend das neue Flaggschiff „MSC Meraviglia“ ausgedockt.

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Die „MSC Meraviglia“ soll zunächst ganzjährig im westlichen Mittelmeer eingesetzt werden.

Quelle: Frank Behling

St. Nazaire. Der 315 Meter lange, 167600 BRZ große und fast eine Milliarde Euro teure Neubau der „MSC Meraviglia“ leitet bei MSC eine neue Schiffsgeneration ein. Europas größte Privatreederei plant insgesamt sieben Neubauten bis 2021. Damit will MSC seine Marktführerschaft in Europa weiter ausbauen.

Drei Jahre war es um das Genfer Unternehmen sehr ruhig. Seit der Taufe der „MSC Preziosa“ im März 2013 hatte die Reederei eine Pause eingelegt. Neue Schiffe wurden geplant und entworfen. Zuvor war die Kreuzfahrtflotte innerhalb von zehn Jahren von drei auf  zwölf Schiffen aufgestockt und das Passagiervolumen von 300000 auf 1,8 Millionen pro Jahr gesteigert worden. „Jetzt startet die nächste Ära“, kündigte Pierfrancesco Vago, Aufsichtsratschef der Reederei am Wochenende an.

Mehr Passagiere erhofft

Die Zahl der Passagiere soll sich nach Abschluss des Neubaubauprogramms bei MSC mehr als  verdoppeln. Die wichtigsten Wachstumsimpulse sollen die vier Schiffe der neuen „Meraviglia“-Klasse von der französischen großwerft STX France aus St. Nazaire sein. 315 Meter lang, 43 Meter breit und 65 Meter hoch werden die Giganten. 2244 Kabinen gibt es an Bord. Von der Innenkabine bis zur 120 Quadratmeter Duplex-Suite über zwei Decks wird alles angeboten. Dreiviertel der Kabinen haben einen Balkon. „Wir wollen mit diesen Schiffen unseren erfolgreichen Kurs fortführen und setzen auf Wachstum durch innovative Schiffe“, kündigte Pierfrancesco Vago beim Ausdocken des neuen Flaggschiffes an. Drei weitere Schiffe hat die Reederei bei Fincantieri in Italien bestellt. Diese sieben Schiffe werden auch beim Umweltschutz die Vorgängerschiffe deutlich übertreffen.

Zu den Highlights der „Meraviglia“-Klasse gehören eine 96 Meter lange Promenade, ein neues Theater mit dem Zirkus Cirque du Soleil, vier Pools sowie eine Sportarena. Pro Tag soll es erstmals 20 Stunden Entertainment an Bord geben. Zwölf Restaurants, 20 Bars und 33000 Quadratmeter öffentlicher Raum stehen den 4500 Passagieren zur Verfügung. Ein Teil der Außenbereiche kann bei schlechtem Wetter überdacht werden. Drei Wasserrutschen, ein 25 Meter langer Hauptpool sowie eine Carousel-Lounge mit 180-Grad-Glasfront runden das Angebot ab. „Es wird ein Schiff für alle Jahreszeiten“, sagt MSC-Cruises-Vorstand Gianni Onorato mit Blick auf die zukünftigen Fahrtgebiete an. Der Einsatz von Kreuzfahrtschiffen im europäischen Winter werde schließlich beliebter, so Onorato.   

Nordeuropa wird attraktiver

Seit April hat die Reederei AIDA Criuses mit der „Aidaprima“ ab Hamburg ein Schiff für den ganzjährigen Einsatz in Nordeuropa in Fahrt.  Dieses Konzept scheint in Zeiten von Terrorgefahren, Flüchtlingsdramen und Umweltkatastrophen aufzugehen. Die „Aidaprima“ ist bereits auch im kommenden Winter in Nordeuropa gut ausgebucht.

Dieser Erfolg ist auch in Genf registriert worden. Dort wurde der Norden jetzt zu einem Wachstumsmarkt erklärt. „Nordeuropa ist für uns eines der wichtigsten Fahrtgebiete. Genauso wie das westliche Mittelmeer. Auch Kiel ist da sehr wichtig“,  sagt Onorato. Er setzt dabei stark auf deutsche Häfen. Kiel, Warnemünde  und Hamburg sollen die Basishäfen bleiben.  

Mit Kiel verbindet die Reederei dabei eine besondere Partnerschaft. Vor zehn Jahren wurde mit der damals neuen „MSC Lirica“ Kiel zum ersten deutschen Sommer-Basishafen für die Schweizer Reederei. Zeitweise war Kiel der einzige Basishafen für MSC in Deutschland. Das erste MSC-Kreuzfahrtschiff machte am 4. September 2005 in der Landeshauptstadt fest. Damals wurde die „MSC Rhapsody“ am Oslokai abgefertigt. Seitdem hat die Reederei in Kiel mit ihren Schiffen fast 330 Besuche absolviert. Kiel hat so die meisten Anläufe von Kreuzfahrtschiffen der Reederei MSC in Deutschland überhaupt.

In Nordeuropa wird MSC im nächsten Jahr mit der „MSC Fantasia“ und der „MSC Preziosa“ zwei ihrer bislang größten Schiffe in Kiel und Hamburg stationieren. Damit sind erstmals zwei MSC-Schiffe mit einer Kapazität von fast 4000 Passagieren im Norden. Mit der „MSC Magnifica“ wechselt eines der kleineren Schiffe mit knapp über 3000 Passagierbetten nach Warnemünde. So kann MSC in Norddeutschland im kommenden Jahr erstmals über 11000 Passagierplätze pro Woche ab deutschen Häfen anbieten. Mehr hat hier nur der  deutsche Marktführer AIDA im Angebot.

„MSC Meraviglia“ kommt im Mittelmeer zum Einsatz

Die „MSC Meraviglia“ wird im Juni nächsten Jahres zunächst ganzjährig im westlichen Mittelmeer von Genua, Marseille und Barcelona aus  zum Einsatz kommen. Getauft wird der Neubau am 3. Juni 2017 aber in Le Havre an der Atlantikküste – einem Hafen, den sie eigentlich später nicht anlaufen soll. Der Hafen ist jedoch als Tor zu Paris Herzstück bei den immer beliebter werdenden Westeuropa-Kreuzfahrten.  

Für 2018 und 2019 laufen derzeit weitere Expansions-Planungen, die in Kürze vorgestellt werden sollen.  Deutschland soll dabei dann eine noch größere Rolle spielen. Reederei-Vorstand Vago verkündete beim Ausschwimmen der „MSC Meraviglia“ den Namen für das Schwesterschiff, das im Frühjahr 2019 auf den Namen „MSC Bellissima“ getauft werden soll. Die Wahl des Namens sei auch ein Signal für die Märkte, so Vago. Immerhin lasse sich der Name „MSC Bellisima“ in allen Teilen Europas sehr gut aussprechen.

Schiffe werden auf Malta registriert

Und noch eine Neuerung wurde bei der Zeremonie offiziell bestätigt. Die neuen Schiffe werden auf der Mittelmeerinsel Malta und nicht mehr in Panama registriert. Die „MSC Meraviglia“ ist der erstes Neubau der MSC-Flotte mit der Flagge des EU-Landes am Heck. Eigentlich ist Panama seit 40 Jahren  traditionell die Hausflagge der Reederei MSC, die neben zwölf Kreuzfahrtschiffen auch rund 500 Handelsschiffe betreibt.  Als Begründung wurden die engen und guten Beziehungen der Reederei zu Malta genannt. Außerdem habe man sich für die Registrierung in dem EU-Land entschieden, hieß es bei der Zeremonie.

Zuvor hatte Pierfrancesco Vago bereits angekündigt, in diesem Jahr Malta verstärkt mit den MSC-Schiffen anzulaufen. Die Insel übernimmt dabei die Funktion, die früher der Hafen La Goulette in Tunesien hatte. Nach den Terroranschlägen auf Urlauber in Nordafrika war Tunis 2015 aus den Fahrplänen von MSC gestrichen worden.

2015 sind  mit MSC erstmals 230000 Passagiere nach Malta gekommen. In diesem Jahr sollen es erstmals 330000 Passagiere sein, die mit Schiffen von MSC die Insel besuchen. Durch die Registrierung des Neubaus „MSC Meraviglia“ in Valetta setzt MSC jetzt auch ein Zeichen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Die 2008 gebaute „MSC Fantasia“ wird im kommenden Jahr insgesamt 22 Reisen ab Kiel unternehmen. Das Schiff ist fast 40 Meter länger als die zuvor von MSC in Kiel eingesetzten Kreuzfahrer.

Das Wachstum der Kreuzfahrtschiffe geht weiter. Am 3. September schwamm die „MSC Meraviglia“ im Hafen von Saint-Nazaire in Frankreich auf. Der Neubau wird mit einer Vermessung von 167600 BRZ neue Rekorde in Europa setzen. Kiel rüstet sich indes für diese Schiffe.

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