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Metro-Chef schickt Aktie auf Talfahrt

Handel Metro-Chef schickt Aktie auf Talfahrt

Metro-Vorstandschef Olaf Koch hat mit seiner Einschätzung über negative Folgen der Euro-Krise die Aktie des Handelsriesen auf Talfahrt geschickt. Die Stammaktie der Metro AG verbilligte sich am Montag zeitweise um rund 7 Prozent auf 20,27 Euro.

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«Die Euro-Krise verdirbt den Deutschen die Kauflust», hat Konzernchef Koch im Interview mit der «Bild am Sonntag» erklärt.

Quelle: Caroline Seidel (Archivbild)

Frankfurt/Düsseldorf. Sie war mit weitem Abstand größter Verlierer im Leitindex Dax, der insgesamt nur leicht nachgab. Aktionärsschützer signalisierten Koch Rückendeckung für radikale Veränderungen im Düsseldorfer Konzern.

"Die Euro-Krise verdirbt den Deutschen die Kauflust", hatte Koch zuvor im Interview mit der "Bild am Sonntag" erklärt. Metro rechne beim Konsum in diesem Jahr bestenfalls noch mit einem kleinen Plus. "Das hat deutliche Auswirkungen auf unser Geschäft." Zur schwachen Entwicklung der Metro-Aktie und einem drohenden Abstieg aus dem Dax sagte Koch: "Das wäre ganz sicher nicht schön, aber das Leben geht weiter. Der Aktienkurs würde dann vermutlich weiter sinken. Aber wir würden an unserer Restrukturierungsstrategie festhalten", betonte er.

Die Erwartungshaltung für die Geschäftsergebnisse des zweiten Quartals sei nach diesem Interview eher nicht hoch, sagte Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der Nachrichtenagentur dpa am Montag. "Gut ist, dass Herr Koch die Probleme beim Namen nennt. Das könnte einen Ruck durch den Konzern geben, weitere Veränderungen anzugehen, die unumgänglich sind", meinte der Aktionärsschützer von der DSW.

Die angekündigten Kostensenkungen von 100 Millionen Euro bei der Metro AG werden nach Ansicht von Tüngler nicht ausreichen. "Die Veränderungen werden sicher auch wehtun, lassen sich aber nicht vermeiden. Herr Koch hat die Rückendeckung der Aktionäre, jetzt auch radikale Veränderungen durchzuführen. Er muss jetzt liefern."

Laut Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers könnten einige Marktteilnehmer Kochs Prognosen zur Entwicklung der deutschen Handelsumsätze als Hinweis interpretieren, dass die Metro das Gewinnziel 2012 mit Bekanntgabe der Halbjahreszahlen über Bord wirft. Derzeit sei die Berechenbarkeit der Ergebnistrends sehr gering.

Die Marktforscher der GfK rechnen mit einer Zunahme der Ausgaben der deutschen Privathaushalte in diesem Jahr von real einem Prozent. Diese Prognose von Februar ist bislang nicht verändert worden. 2011 betrug das Plus 1,5 Prozent. Laut GfK war im Juni 2012 die Neigung der Verbraucher, größere Anschaffungen zu tätigen, leicht gestiegen.

dpa

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