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Microsoft schickt Windows 10 für Smartphones in Rente

Betriebssystem Microsoft schickt Windows 10 für Smartphones in Rente

All die Mühe hat nichts gebracht: Microsoft-Manager Joe Belfiore verkündete auf Twitter das Aus für Windows 10 auf Smartphones. Seit der Markeinführung konnte sich das Betriebssystem nie gegen iOS und Android durchsetzen. Für den Software-Konzern geht damit eine lange Geschichte des Scheiterns zu Ende.

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Die Tage von Windows 10 für Smartphones sind gezählt: Von 2018 bis 2019 fährt Microsoft den Support zurück.

Quelle: dpa

Redmond. Microsoft-Gründer Bill Gates hatte wohl schon Ende September die Hoffnung aufgegeben: In einem Interview mit dem US-Sender Fox News gestand er, ein Android-Smartphone zu besitzen. Mit Lob für die Software hielt er sich nicht zurück. Über das hauseigene Betriebssystem Windows 10 Mobile verlor er kein Wort. Am Montag zog der Microsoft-Manager und Entwickler Joe Belfiore nach: Microsoft werde das Betriebssystem Windows 10 für Smartphone nicht mehr weiterentwickelt, verkündete er.

Für die aktuelle Version Windows 10 Mobile werde es nur noch Sicherheits-Updates geben, aber keine neue Funktionen und Hardware mehr, kündigte Windows-Chef Joe Belfiore auf Twitter an.

Wann Microsoft die Unterstützung des Systems endgültig einstellt, blieb zunächst offen. Bereits im Sommer war vermutet worden, dass der Support im September 2018 enden dürfte. Aktuell sichert Microsoft für Geräte, die im April das Creators Update erhalten haben, noch einen Support bis Juni 2019 zu.

Ein großes Problem für die Attraktivität von Windows Phone und Windows 10 Mobile war offenbar auch die fehlende Unterstützung von Entwicklern. Dabei hatte sich der Software-Konzern mit der einheitlichen Plattform Windows 10, das sowohl auf mobilen als auch auf Desktop-Rechnern läuft, eine attraktive Voraussetzung für App-Entwickler erhofft. Microsoft habe sehr intensiv daran gearbeitet, Entwickler für das System zu gewinnen und auch selbst Apps für sie zu programmieren, berichtet Belfiore auf Twitter. Doch die Anzahl der mobilen Nutzer sei den meisten Unternehmen zu klein gewesen, um in die Plattform zu investieren.

Windows Mobile kam nie über vier Prozent Marktanteil hinaus

Microsoft hatte auch mit den mobilen Vorgängern keine glückliche Hand, sich gegen die großen Rivalen Apple und Google zu behaupten, die maßgeblich den Markt für mobile Betriebssysteme dominieren. Der Vorgänger Windows Phone 8.1 wird ebenfalls nicht mehr unterstützt. Zuletzt schwand der Marktanteil von Microsoft im mobilen Bereich auf 0,1 Prozent, hatte aber selbst zu „Hoch-Zeiten“ kaum jemals mehr als 4 Prozent erreicht. Die Marktmacht von Google im Smartphone-Segment ist groß: Auf 80 Prozent der Handys ist Android installiert. Apple ist mit seinem iOS auf fast 20 Prozent der Geräte vertreten.

Auch die fast 9,5 Milliarden US-Dollar teure Übernahme der Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers Nokia hatte daran nichts ändern können. Sie sollte den Softwarekonzern in Verbindung mit High-tech-Geräten unter der Marke „Lumia“ eigentlich auf die Höhe von Google und Apple im Smartphone-Markt heben, geriet aber zu einem verlustreichen Flop. Tausende Mitarbeiter kostete sie den Job. Im Frühjahr 2016 trennte sich der Konzern von seiner Handy-Sparte. Er verkaufte sie für 350 Millionen US-Dollar an Foxconn.

Der Konzern könnte wieder ein Betriebssystem für mobile Geräte entwickeln

Seit geraumer Zeit macht Microsoft deshalb seine Anwendungsprogramme mehr und mehr fit etwa für Android und iOS. Selbst die meisten Microsoft-Mitarbeiter kombinieren laut Belfiore Windows und Office mit Android- und iOS-Plattformen. Dem Bericht der Unternehmens-Kennerin Mary Jo Foley zufolge arbeitet der Software-Konzern allerdings auch schon an einer neuen Plattform mit Namen Andromeda, die ab dem kommenden Jahr auf mobilen Geräten laufen solle. Eine Bestätigung von Microsoft dafür gab es dazu allerdings nicht.

Von dpa/sos/RND

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