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Mark Zuckerberg geht alles nicht schnell genug

Mobile World Congress Mark Zuckerberg geht alles nicht schnell genug

Auf dem Mobile World Congress hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärt, was er aus dem Rückschlag in Indien gelernt hat: Dass er sich von seiner Mission nicht abbringen lässt. Alle Menschen sollen so bald wie möglich Zugang zum Internet bekommen - damit sie Mitglied seines Netzwerkes werden können. 

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Mark Zuckerberg beim Mobile World Congress in Barcelona.

Quelle: Lluis Gene/apf

Barcelona. Draußen kontrollieren Ordner penibel die Eintrittskarten der Besucher. Drinnen haben Fernsehsender Kameras aufgebaut. Vorne im Saal streiten Fotografen um die besten Plätze an der Bühne. Platzanweiser laufen zwischen ihnen aufgeregt hin und her, sie müssen die eingeladenen Gäste, unter denen viele Anzugträger sind, auf die wenigen Reihen verteilen. Eine Männerstimme kündigt über die Lautsprecher an: Nur noch zehn Minuten bis zum Beginn der Veranstaltung.

Auf der weltweit größten Mobilfunkest, dem Mobile World Congress (MWC), herrschte am Montagabend eine Aufregung, als würde ein Staatsgast kommen - und irgendwie stimmte das auch. Auf Facebook sind weltweit etwa 1,6 Milliarden Menschen angemeldet. Die Regeln, wonach sie sich in dem sozialen Netzwerk richten müssen, was sie zu sehen bekommen, welche Werbung und welche Beiträge ihrer Freunde, bestimmt Mark Zuckerberg. Der 31-Jährige ist in den vergangenen Jahren zu einem mächtigen Menschen geworden. Auch wenn er nicht danach aussieht.

Wie immer trug Zuckerberg am Montagabend eine blaue Jeans und ein graues T-Shirt. Optisch hat er sich kaum verändert, seitdem er Facebook gegründet hat. Damals habe er die Menschen an seiner Universität miteinander vernetzen wollen, erzählte er. Heute wolle er das Internet noch zu den rund vier Milliarden Menschen bringen, die weltweit nach wie vor offline seien. Dafür hat er schon vor Jahren die Initiative internet.org gegründet - zusammen mit Netzwerkausrüstern, Chipherstellern und Telekommunikationsdienstleistern. In vielen Ländern sind sie auch schon einen Schritt weiter.

Indien schaltete Free Basic ab

Dort können Menschen über den Dienst Free Basic der Initiative einzelne Internetangebote wie Facebook kostenlos nutzen. In Indien allerdings vorerst nicht mehr. Die Regierung schaltete Free Basic ab, trotz der kräftigen Lobbyarbeit von Mark Zuckerberg. In einem Gastbeitrag in der Times of India hatte er geschrieben: Damit sich Indien weiterentwickeln könne, müssten eine Milliarde Menschen Zugang zum Internet bekommen. In diesem Punkt stimmt ihm die indische Regierung vielleicht sogar zu. Trotzdem sorgt sie sich um die Netzneutralität und möchte nicht, dass bestimmte Dienste und Daten wie Facebook bevorzugt werden. Nicht einmal dann, wenn der Nutzer nichts für sie bezahlen muss. Deshalb stoppte sie Zuckerbergs Initiative in ihrem Land. 

„Das war ein Rückschlag“, räumte er am Montag in Barcelona ein. Aber er habe daraus gelernt. „Die Länder sind unterschiedlich.“ Was in dem einen funktioniere, misslinge in einem anderen. Er werde sich dadurch von seiner Mission, jedem Menschen zu einem Internetzugang zu verhelfen, nicht abbringen lassen. Facebook sei kein Unternehmen, das aufgebe, „wenn die Straße blockiert ist“. Zumal die nächsten Schritte bereits geplant seien: Noch in diesem Jahr werde Internet.org einen Satelliten in die Erdumlaufbahn schießen, um abgelegene Gebiete in Afrika mit Internet zu versorgen. Außerdem arbeite die Initiative an einem Solarflugzeug, das bis zu sechs Monate in der Luft bleiben und die Gebiete unter sich ebenfalls mit Internet versorgen könne. 

Das alles geht Zuckerberg aber nicht schnell genug. Facebook beginnt deshalb eine weitere Zusammenarbeit, dieses Mal mit Unternehmen wie der Deutschen Telekom und Nokia, um den Mobilfunk voranzutreiben. Die Nachfrage nach mobilen Internet steige schnell, keine Firma könne das Problem alleine lösen, erklärte Facebook-Manager Jay Paarig in einem Blogeintrag des Unternehmens. Deshalb wollten die Teilnehmer des Telecom Infra Projektes kooperieren. Ein Netzbetreiber werde Facebook aber nicht, versicherte Zuckerberg in Barcelona. „Wir müssen kein Geld damit verdienen, dass Menschen ins Internet kommen. Aber wenn sie online sind, haben wir ein funktionierendes Geschäftsmodell.“ Das da heißt: personalisierte Online-Werbung. Bisher funktioniert das auch ganz gut. Abgesehen von den Teilen der Welt, in denen Menschen noch keinen Internetzugang haben. So uneigennützig, wie Zuckerberg immer tut, ist seine Mission also nicht.

Von Markus Werning

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