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Monte dei Paschi: Älteste Bank der Welt in Turbulenzen

EU Monte dei Paschi: Älteste Bank der Welt in Turbulenzen

Erstmals seit Beginn der Euro-Schuldenkrise könnte auch eine italienische Bank um Staatshilfe bitten: Monte dei Paschi, die Nummer 3 der Branche in Italien, braucht Geld.

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Spaniens Banken halten die Finanzwelt seit Wochen in Atem. Jetzt braucht auch ein italienisches Institut Milliarden - Monte dei Paschi benötigt ganz rasch frisches Geld.

Quelle: Lars Halbauer

Rom. Doch anders als bei den schwer angeschlagenen Geldhäusern Spaniens erwächst der Kapitalbedarf nicht aus den Folgen einer Immobilienblase.

Monte dei Paschi könnte sich bei einer Übernahme vor einigen Jahren verhoben haben. Und das Institut sitzt auf einem Riesenberg italienischer Staatsanleihen. Von 25 Milliarden Euro ist die Rede.

Die teure Übernahme der kleinen norditalienischen Regionalbank Antonveneta hatte die toskanische Bank Ende 2007 - also kurz vor der Finanzkrise - neun Milliarden Euro gekostet. Danach gab es bereits zwei Kapitalerhöhungen. Monte dei Paschi konnte sich so aber hinter den beiden größten Banken des Landes, Unicredit und Intesa Sanpaolo, als Italiens Nummer 3 aufstellen. Für den Deal interessiert sich allerdings die Finanzpolizei, weil sie Kurstreiberei und Behinderung von italienischen Aufsichtsbehörden dahinter vermutet.

Hintergrund für den Milliardenbedarf der nach eigenen Angaben ältesten aktiven Bank der Welt sollen Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) sein: Bis Ende Juni muss das Institut sein Kapital um rund 3,3 Milliarden Euro aufstocken. Über Jahrhunderte hatte die toskanische Bank keinerlei Verluste verzeichnen müssen, jetzt wies die Bilanz (2011) ein Minus von 4,7 Milliarden Euro aus, überwiegend Wertberichtigungen.

Laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa soll die Bank mit Sitz in Siena mit dem Finanzministerium und der Zentralbank in Rom über die Ausgabe von staatlich garantierten Anleihen im Wert von mindestens einer Milliarde Euro verhandeln. 2,3 Milliarden Euro habe Vorstandschef Fabrizio Viola durch ein drastisches Sparprogramm zusammenbekommen.

Bei der Staatshilfe sind sogenannte Tremonti-Bonds im Gespräch: Diese Art von Anleihen gehen auf den ehemaligen Finanzminister Giulio Tremonti zurück. Italien hatte nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers den angeschlagenen Banken Anleihen abgekauft, die diese dann wiederum als Eigenkapital verbuchen durften. Bereits 2009 hatte sich Monte dei Paschi etwa 1,9 staatliche Milliarden über die sogenannten Tremonti-Bonds besorgt.

Eine mehrfach verschobene Vorstandssitzung ist nun für diesen Dienstag angesetzt. Am Tag darauf könnte das Hause seinen neuen Plan vorstellen, berichteten italienische Medien. Offen war, wie Mehrheitsaktionär Gabriello Mancini und die Gewerkschaften reagieren. Denn die bereits angepeilten etwa 1500 Stellenstreichungen (bei 30 000 Beschäftigten) könnten nicht ausreichen.

dpa

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