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Putin setzt auf Kooperation mit deutschen Konzernen

Deutsch-russische Wirtschaft Putin setzt auf Kooperation mit deutschen Konzernen

Für Firmen wie Linde oder Siemens ist Russland ein schwieriges Pflaster: Einerseits könnten sie dort weitere Milliarden-Geschäfte machen, doch US-Sanktionen behindern für sie Wachstum und Chancen. Kreml-Chef Putin hat sich am Donnerstag die Sorgen der Konzernlenker angehört.

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Russlands Präsidenten Wladimir Putin (l) und der deutsche Chef der Metro AG, Olaf Koch.

Quelle: AP

Sotschi. Der russische Präsident Wladimir Putin setzt ungeachtet politischen Streits mit Deutschland auf einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Die deutschen Firmen hätten ihre Absicht bekräftigt, sich weiter auf dem russischen Markt zu engagieren, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach einem Treffen von Putin mit deutschen Topmanagern der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag.

Die Siemensturbinen auf der Krim kamen nicht zur Sprache

In diesem Jahr habe die deutsche Wirtschaft mit 312 Millionen US-Dollar (262 Mio Euro) bereits anderthalb Mal mehr investiert als 2016, sagte Putin in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Auch der Handel wachse wieder.

Vertreten bei dem jährlichen Gespräch mit Putin waren Dax-Unternehmen wie Siemens und Linde aus München, der weltgrößte Gips-Konzern Knauf aus Iphofen, der Pipelinebauer Nord Stream und andere Großinvestoren. Angeführt wurde die Delegation vom Chef des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Wolfgang Büchele. Auf Putins Wunsch nahm auch der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew teil.

Putin forderte seine Gäste zu einer offenen Diskussion auf - auch über die Probleme von Investoren. Der Streit um die Siemens-Turbinen auf der Krim sei aber nicht zur Sprache gekommen, sagte Putins Sprecher Peskow. Eine Siemens-Tochter hatte Turbinen geliefert, die trotz anderslautender Verträge auf die von Russland annektierte ukrainische Schwarzmeerhalbinsel gebracht wurden.

US-Sanktionen machen deutschen Firmen einen Strich durch die Rechnung

Das könnte einen Verstoß gegen die Sanktionen von EU und USA bedeuten, die 2014 wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt verhängt worden waren. International agierende Konzerne aus Deutschland befürchten gerade in den USA Probleme wegen ihres Russland-Geschäfts. Dort hat der Kongress Sanktionen gegen Moskau verschärft, ohne dass die Umsetzung schon klar ist.

Die deutschen Firmen hielten auch an dem Projekt Nord Stream 2 für eine zweite Gaspipeline durch die Ostsee fest, sagte Peskow. Die US-Sanktionen zielen darauf ab, das vom russischen Staatskonzern Gazprom geführte Vorhaben zu stoppen. Aus Deutschland sind daran die Energiekonzerne Wintershall und Uniper beteiligt. Die Bundesregierung unterstützt den Pipeline-Bau und hat die US-Pläne kritisiert.

Das deutsch-russische Handelsvolumen legte 2017 um 32 Prozent zu

Die russische Wirtschaft erholt sich derzeit von einer mehrjährigen Rezession, ausgelöst durch fehlende Reformen, den schwachen Ölpreis und die Sanktionen. 2016 betrug der deutsch-russische Handel rund 48 Milliarden Euro, wenige Jahre zuvor waren es noch fast doppelt soviel gewesen. Allerdings kletterte das Handelsvolumen in den ersten fünf Monaten 2017 um fast 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, rechnet für das Gesamtjahr mit 20 Prozent höheren deutschen Exporten.

Von dpa/RND

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