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Schufa will Facebook durchleuchten

Daten zur Kreditprüfung Schufa will Facebook durchleuchten

Datenklau ganz im Sinne der Wissenschaft: Deutschlands bekannteste Auskunftei Schufa plant offenbar Daten aus dem Internet zu sammeln und für Bonitätsprüfungen von Verbrauchern zu nutzen. Dies sei im gesellschaftlichen Interesse und werde wissenschaftlich begleitet, heißt es. Die Datenschützer schlagen allerdings Alarm.

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Die öffentlichen Daten auf Facebook sind auch interessant für andere Unternehmen.

Quelle: dpa

Berlin. Dafür lasse das Unternehmen beim Potsdamer Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik Ideen entwickeln, wie soziale Netzwerke wie Facebook, Geodatendienste wie Google Street View oder Mitarbeiterverzeichnisse von Unternehmen für die Schufa nach personenrelevanten Daten durchsucht werden können, berichtet NDR Info.

Es gehe darum herauszufinden, wie sich Informationen aus dem Internet mit anderen Informationen der Auskunftei verknüpfen lassen. Die Schufa und das Potsdamer Institut bestätigten den Angaben zufolge die Zusammenarbeit. Offiziell gehe es zunächst nur darum, herauszufinden, „was möglich wäre, nicht, es auch zu nutzen“.

Neben offen zugänglichen Quellen wie sozialen Netzwerken sollen auch aus nicht-öffentlichen Datenbanken und Internet-Seiten, dem sogenannten „dark web“, Informationen beschafft werden. Zu den Ideen gehöre auch, Profile bei Facebook, Xing und Twitter anzulegen, andere Nutzer zur Teilnahme aufzufordern, um diese dann zur verdeckten Beschaffung etwa von Adressen zu nutzen. Dabei beruft sich die Zeitung auf ein internes Memorandum von Schufa und Institut.

Während das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut und die Schufa betonten, das Forschungsvorhaben sei transparent, öffentlich und im gesellschaftlichem Interesse, schlagen Daten- und Verbraucherschützer Alarm. „Das ist eine Grenzüberschreitung“, sagte etwa die Hamburger Verbraucherschützerin Edda Castello der Zeitung. „Leute, die bei Facebook unterwegs sind, denken nicht daran, dass das, was sie dort sagen, vielleicht einmal für ihre Kreditwürdigkeit von Belang ist.“ Sie halte es für hochgefährlich, wenn verschiedene Datensammlungen mit persönlichen Lebensläufen und Angaben von einem Wirtschaftsunternehmen „zusammengeführt und ausgenutzt werden“, sagte Castello.

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