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Surface soll Apples iPad attackieren

Microsoft zeigt Tablet-Computer Surface soll Apples iPad attackieren

Microsoft will die Dominanz von Apples iPad brechen und steigt dazu selbst ins boomende Geschäft mit Tablet-Computern ein. Die schlanken und leichten Microsoft-Rechner namens Surface schlagen bewusst den Bogen zur bekannten PC-Welt und sollen damit den Umstieg erleichtern.

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Mit dem Tablet-PC «Surface» bringt Microsoft einen eigenen Herausforderer für das iPad heraus.

Quelle: epa/Microsoft

Los Angeles. Die Geräte laufen mit Windows, funktionieren mit der Bürosoftware Office, verfügen über einen USB-Anschluss sowie einen Steckplatz für MicroSD-Speicherkarten und lassen sich mit einer intelligent verpackten Tastatur in ein Notebook verwandeln.

Von der Seite betrachtet: Standfuß und Cover-Tastatur sind bei jedem Surface im Lieferumfang enthalten.

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"Der Surface ist ein PC. Der Surface ist ein Tablet. Und der Surface ist etwas ganz neues", verkündete Microsoft-Chef Steve Ballmer am späten Montag bei der Vorstellung der Computer in Los Angeles. Der Konzern hatte in Apple-typischer Geheimhaltungsmanier kurzfristig dorthin eingeladen und ließ erst vor Ort die Bombe platzen. Auch mit der Eigenentwicklung eifert Microsoft dem Erzrivalen nach, der seit jeher Hardware und Software im Paket anbietet.

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Sogenannte Tablet-Computer von Microsoft werden am 06.01.2010 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentiert.

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Für Microsoft ist ein eigener Computer dagegen ein Wendepunkt: Üblicherweise bauen Firmen wie Hewlett-Packard, Asus, Acer, Dell oder Lenovo die Rechner und Microsoft steuert sein Windows-System und andere Software hinzu. Nun tritt der weltgrößte Software-Konzern in direkte Konkurrenz zu seinen langjährigen Partnern. Jan Dawson, Analyst des Marktforschers Ovum, wies auf die Risiken hin: "Es ist selten eine gute Idee, wenn der Hersteller eines Betriebssystems mit seinen OEM-Partnern in einen Wettbewerb tritt."

Die Microsoft-Tablets sind in etwa so groß wie ein iPad, haben aber einen etwas breiteren 16:9-Bildschirm mit einer Diagonale von 10,6 Zoll (26,9 cm). Die Aufösung ist geringer als beim aktuellen iPad mit seinem sogenannten Retina-Display. Auffälligste Eigenheiten der Surface-Tablets sind der eingebaute Ständer und der abnehmbare Bildschirmschutz, der gleichzeitig eine vollwertige Tastatur samt Touchpad ist. Derartige Cover gibt es zwar auch für das iPad, doch Apple überlässt dieses Geschäft den Zubehörspezialisten wie Logitech.

Microsoft wird zwei Surface-Typen anbieten: Das leistungsstärkere Gerät läuft mit dem für PC-Prozessoren (x86) entwickelten Betriebssystem Windows 8, der kleinere Bruder mit dem für mobile ARM-Prozessoren optimierten Ableger Windows RT. Mit einem Gewicht von 676 Gramm und einer Dicke von 9,3 Millimetern liegt die Variante auf Augenhöhe mit der dritten iPad-Generation. Der größere Bruder tendiert mit einem Gewicht von 903 Gramm und einer Dicke von 13,5 Millimeter in Richtung des Apple-Notebooks MacBook Air.

Apples iPad ist auch gut zwei Jahre nach dem Start der ersten Version das Maß der Dinge auf dem stark wachsenden Tablet-Markt. Der Marktforscher IDC geht davon aus, dass in diesem Jahr 107,4 Millionen Tablet-Computer verkauft werden und davon 62,5 Prozent aus dem Hause Apple stammen werden. Der Großteil der restlichen Geräte läuft mit Googles Betriebssystem Android. Microsoft muss in diesem Segment praktisch bei Null anfangen.

Dabei hatte der Softwarekonzern schon vor mehr als einem Jahrzehnt die Idee des Tablet-Computers vorangetrieben. Der Erfolg blieb aber aus, vor allem weil die Geräte zu schwer waren, die Batterien zu schnell den Geist aufgaben und die Bedienung zu unhandlich war. Erst Apple gelang es mit dem von Ballmer anfangs belächelten iPad, den totgeglaubten Markt der Tablet-Computer zu beleben. Nun versucht Microsoft, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Ballmer verwies darauf, dass Microsoft eine Tradition als Hardware-Hersteller habe. Der Software-Riese verkauft schon seit geraumer Zeit PC-Zubehör wie Mäuse, Tastaturen oder Webcams und ist erfolgreich mit seiner Spielekonsole Xbox. Allerdings gab es auch Flops wie den Musikspieler Zune oder die Kin-Handys, die Ballmer allerdings unerwähnt ließ. Die Microsoft-Geräte konnten Apples iPod und iPhone nie gefährlich werden.

Das Erscheinungsdatum der Microsoft-Tablets ist noch offen. Die kleinere Surface-Variante soll zusammen mit der finalen Version des neuen Windows-Systems erscheinen soll, was ab dem Herbst erwartet wird. Der leistungsstärkere Surface-Typ mit Intel-PC-Prozessor folgt drei Monate später. Der Vertrieb soll über ausgesuchte Online-Shops sowie in den USA auch über Microsoft-Läden erfolgen.

dpa

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Mit "Surface" bringt Microsoft erstmals einen eigenen Tablet-PC auf den Markt, bei dem Hard- und Software quasi aus einer Hand stammen. Mit der Namensgebung greift der Softwarekonzern allerdings tief in die eigene Geschichte.

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