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US-Arbeitsmarkt enttäuscht Obama

Arbeitsmarkt US-Arbeitsmarkt enttäuscht Obama

Wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen zeichnet sich keine Erleichterung für den Arbeitsmarkt in den USA ab. Die dortige Wirtschaft hat im Juni lediglich 80 000 neue Jobs geschaffen, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit.

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Ein Arbeitssuchender wird ein einem Jobcenter in New York von einem Mitarbeiter beraten. Der Arbeitslosenquote wird eine immense Bedeutung für die politische Zukunft des Landes zugeschrieben.

Quelle: Justin Lane

Washington/Poland. Die Erwerbslosenquote liegt damit unverändert zum Vormonat bei 8,2 Prozent. Präsident Barack Obama reagierte enttäuscht. Die Misere sei nicht über Nacht hereingebrochen und könne auch nicht über Nacht gelöst werden, sagte Obama auf einer Wahlkampftour in Poland (Bundesstaat Ohio).

"Wir haben in den letzten 28 Monaten 4,4 Millionen neue Jobs geschaffen", erklärte ein matt wirkender Präsident. "Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir können uns damit nicht zufriedengeben." Das Ziel sei nicht, den Arbeitsmarkt auf den Stand des Jahres 2007 vor der Wirtschaftskrise zu bringen. "Ich möchte zurück zu der Zeit, in der die Mittelschicht mehr Sicherheit hatte", sagte Obama. "Und das ist der Grund, warum ich mich um eine zweite Amtszeit als US-Präsident bewerbe."

Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney nannte die Arbeitslosenzahlen einen "Schlag in den Magen für die Mittelschicht". Obama trage die volle Verantwortung dafür, erklärte Romney von seinem Urlaubsort im Bundesstaat New Hampshire. Die hohe Arbeitslosenquote untertreibe die Gefühle der Amerikaner.

Neben der großen Zahl der Erwerbslosen arbeiteten zahlreiche US-Bürger in Jobs, die weit unter ihren Fähigkeiten lägen, erklärte der Konservative. Im Fall seiner Wahl versprach Romney weniger Regulierungen für die US-Wirtschaft, eine Senkung der Steuersätze sowie die Rücknahme der Gesundheitsreform. Die USA müssten neue Märkte in Lateinamerika erschließen und dagegen angehen, "dass China Amerikas Arbeitsplätze stiehlt."

Mit dem Juni endet für die US-Wirtschaft nach Bewertungen von Ökonomen nach einem Einbruch im April und unwesentlichen Verbesserungen im Mai das schlechteste Quartal für den US-Arbeitsmarkt seit 2010. Die Zahl der neuen Jobs blieb im abgelaufenen Monat sogar noch unter den Prognosen von 95 000. Die Mehrzahl der neuen Jobs haben der Statistik zufolge Unternehmensdienstleister geschaffen.

Führende US-Wirtschaftsexperten machten die Eurokrise mit für die Situation verantwortlich. "Was den Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten ausgebremst hat, ist dasselbe wie in den Vorjahren", sagte Barclays-Analyst Michael Gapen dem Sender CNN. "Die Ereignisse in Europa sowie einige politische Probleme im Inland sorgen für Unsicherheit." Arbeitgeber verzögerten aufgrund dieser Unsicherheit Investitionen und Neueinstellungen.

Der Arbeitslosenquote wird eine immense Bedeutung für die politische Zukunft des Landes zugeschrieben. US-Präsident Barack Obama steht im November zur Wiederwahl. Keiner seiner Vorgänger in den letzten sechs Jahrzehnten konnte eine zweite Amtszeit erreichen, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag. Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney wirbt vor allem mit seiner Wirtschaftskompetenz.

dpa

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