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Soforthilfe in Millionenhöhe für Bauern

Milchgipfel Soforthilfe in Millionenhöhe für Bauern

Mit einer Soforthilfe von „mindestens 100 Millionen“ will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) den rund 73 000 Milchviehbetrieben, darunter etwa 4000 aus Schleswig-Holstein, unter die Arme greifen.

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Die deutschen Milchbauern sollen angesichts drastisch gesunkener Preise Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro bekommen.

Quelle: Maurizio Gambarini/dpa

Kiel/Berlin. „Der Milchmarkt soll zukunftsfest aufgestellt werden, deshalb brauchen wir kurzfristige Finanzhilfen sowie langfristige strukturelle Veränderungen“, sagte Schmidt am Montag nach einem „Milchgipfel“ mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel in Berlin. Weil die Milchpreise für die Bauern teils 15 Cent unter die betriebswirtschaftlich notwendigen 35 Cent je Liter gefallen sind, soll das Hilfspaket unter anderem zusätzliche Bürgschaften und steuerliche Entlastungen umfassen.

Einen Ausweg aus der Milchpreiskrise sieht Schmidt demnach in künftigen Vertragsbeziehungen zwischen Landwirten und Molkereien. Diese müssten gemeinsam Instrumente entwickeln, um flexibel auf Angebot und Nachfrage reagieren zu können: „Es darf keine Landwirtschaft geben, die am Subventionstropf hängt“, sagte Schmidt.

Als „einzig richtigen Schritt und Grundlage für eine gute Zukunft“ begrüßte Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Werner Schwarz die Soforthilfen. Nun müsse „mit ruhiger Hand“ über Vertragskonditionen zwischen Milcherzeugern und Molkereien gesprochen werden. „Die Marktmacht der Erzeuger, die zum größten Teil in den Genossenschaften organisiert sind, muss sich auswirken“, forderte Schwarz.

Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter kritisierte die Soforthilfe: „Damit verschulden sich die Landwirte doch nur noch höher. Wir brauchen dringender einen Bonus von 30 Cent für das Nichtproduzieren von Milch, anstatt Geld nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen.“ Kritik kam auch vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsminister Robert Habeck: „Die Ursache der Krise wurde überhaupt nicht angegangen. Klar ist doch: Die Milchmenge muss runter, um die Preise zu stabilisieren. Die Liquiditätshilfen verlängern nur das Elend der Milchviehbetriebe.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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