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Millionen-Hilfe für Fisch & Fischer

Landesprogramm Millionen-Hilfe für Fisch & Fischer

Schleswig-Holsteins Fischerei soll zukunftsfähig gemacht werden: Umwelt- und Fischereiminister Robert Habeck (Grüne) will im „Landesprogramm Fischerei und Aquakultur“ die Entwicklung einer nachhaltigen heimischen Fischerei stärken. 30 Millionen Euro werden im Rahmen des Programms zur Verfügung gestellt.

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Zufrieden: Jan Meyer (68) aus Kalifornien fischt seit dem 12. Lebensjahr. Mit seinem Kutter "California II" fängt er überwiegend Butt, Scholle, Dorsch und Lachs

Quelle: Frank Peter

Kiel. Erste Projekte laufen jetzt an. „Mit dem Landesprogramm wollen wir dazu beitragen, dass die Fischerei in unserem Land eine Zukunft hat, gerade, indem sie die gemeinsamen Ressourcen schont“, sagte Habeck am Montag in Kiel. „Schleswig-Holstein, die Fischerei und der Meeresschutz gehören zusammen.“

24 Millionen Euro des Programms stammen aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Sechs Millionen Euro werden aus nationalen Mitteln bereitgestellt, davon ein erheblicher Teil aus Mitteln des Landes und aus der Fischereiabgabe. Wie sich die sechs Millionen Euro genau zusammensetzen, lässt sich nach Angaben des Ministeriums nicht vorhersagen. Dies hänge von den eingereichten Projekten ab.

Fischer begrüßen Habecks Programm

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema des Landesprogramms. Es setzt auf den Erhalt der aktiven Fischerei an den Küsten sowie im Binnenland und beinhaltet gleichzeitig Maßnahmen, mit denen die Umweltauswirkungen der Fischerei reduziert werden. „Die Fischerei kann nur zukunftsfähig sein, wenn sie ökologisch und ökonomisch nachhaltig ausgerichtet ist“, sagte Habeck. Sie müsse sich an natürlichen Gegebenheiten orientieren und die Meeresumwelt schonen.

Zu den Schwerpunkten des Programms gehören Investitionen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Fischereiflotte, die Fortführung der Koordinierung der freiwilligen Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten sowie die Förderung von Forschungs- und Investitionsmaßnahmen für umweltschonende Fangtechniken, beispielsweise zur Minimierung von Beifängen. Aber auch Fisch als Nahrungsmittel steht im Fokus des Landesprogramms. Geplant sind etwa eine Informationskampagne zur heimischen nachhaltigen Fischerei, Investitionen in eine nachhaltige Aquakultur oder Maßnahmen zur Unterstützung fischverarbeitender und -vermarktender Unternehmen. Von Seiten der Fischer wird das Programm und die Zielsetzung des Ministers begrüßt. „Viele Bereiche der Fischerei werden durch das Landesprogramm unterstützt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein, Benjamin Schmöde. Das mit dem Programm angesprochene Thema Nachhaltigkeit spiele auch für die Fischer eine große Rolle. „Wir ernten ja, was wir säen. Deshalb müssen wir uns darum kümmern, dass der Lebensraum der Fische auch in Zukunft erhalten bleibt.“

Verweis auf Internet-Seite

Er bewertete auch die mit dem Programm angestrebte Förderung der regionalen Fischvermarktung positiv. „Die Direktvermarktung ist für die Fischer besonders in Hinblick auf die Preisgestaltung wichtig.“ Die Zwischenhändler fallen weg und die Fischer könnten direkt Einfluss auf den Preis nehmen. „Aber auch aus ökologischer Perspektive hat die regionale Direktvermarktung Vorteile“, so Schmöker. Verbraucher könnten den Fisch direkt vom Fischer kaufen, ohne dass der Fang vorher viele Kilometer weit transportiert wird. Schmöker verwies auf die Internet-Seite Fisch vom Kutter, auf der sich Verbraucher informieren können, wo welcher Fisch angeboten wird. Noch auf See teilen die Fischer ihren aktuellen Fang mit, so dass dies wenig später auf der Homepage zu lesen ist. „Dieses Projekt wurde vor ein paar Jahren unter anderem mit EU-Mitteln finanziert und wird von allen Seiten sehr gut angenommen.“

Die Maßnahmen des Landesprogramms richten sich an unterschiedliche Adressaten: sowohl einzelne Fischerei- und Aquakulturbetriebe, als auch Forschungseinrichtungen, Naturschutzverbände oder Verarbeitungsunternehmen werden angesprochen, aber auch Vereine, die das kulturelle fischereiliche Erbe vor Ort pflegen.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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