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Dibbern schreibt Porzellan-Geschichte

Bargteheide Dibbern schreibt Porzellan-Geschichte

Wohl jeder hat schon einmal aus jenen kunterbunten Tassen einen Kaffee getrunken, die seit Jahrzehnten zu den Porzellan-Klassikern gehören. Das Familienunternehmen Dibbern (Bargteheide) produziert das Geschirr Solid Color aktuell in 44 Farben.

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Die junge Generation tritt an: Ben und Jan (rechts) Dibbern verstärken zum 50. Firmenjubiläum die Geschäftsführung mit Seniorchef Bernd Dibbern.

Quelle: wel

Bargteheide . Zu den Kostbarkeiten des Hauses gehört aber auch die Premium-Serie Fine Bone China: Mit diesem Geschirr tischen weltweit First-Class-Hotels und das Kanzleramt auf.

Zum Geschäftsgespräch können Jan und Ben Dibbern dem Gast mit einer schönen Tasse Kaffee ein Stück perfekter Eigenwerbung anbieten: Wer einmal eine der edelsten Tassen der Welt in der Hand fühlt, spürt die feine Leichtigkeit und Robustheit des Materials. „Manche Leute denken, das Geschirr Fine Bone China stammt aus dem Reich der Mitte. Es kommt natürlich aus unserer Manufaktur in Deutschland. Der Begriff geht auf das englische ‚China‘ zurück, was übersetzt ‚Porzellan‘ bedeutet“, erklärt Jan Dibbern (33), der mit seinem Bruder Ben (29) seit Kurzem die Geschäftsführung des 130-Mitarbeiter-Familienbetriebs unter Leitung des Seniorchefs verstärkt.

 Vor genau 50 Jahren hat Bernd Dibbern (75) die Firma gegründet: Porzellan ist das Material, das sich wie ein roter Faden durch die Familiengeschichte zieht. Schon der Opa und der Vater des Gründers arbeiteten als Generalvertreter für Glas und Porzellan. Doch die folgende Generation wagte den nächsten Schritt: Bernd Dibbern brachte eine eigene Geschirrserie heraus. Mit Solid Color wirbelte er Anfang der 80er-Jahre den angestaubten Markt gehörig durcheinander – im puristischen Bauhaus-Stil, anfangs in zwölf Farben.

 „Damit hat unser Unternehmen die sinnliche Seite der Kunden angesprochen und eine Erfolgsserie geschaffen, die wir bis heute pflegen und behutsam weiterentwickeln“, erzählt Jan Dibbern, der für das Marketing zuständig ist. Das Besondere: Die Kunden können Tassen, Untertassen, Teller und viele andere Elemente des Geschirrs fröhlich kombinieren – die derzeit 44 Farben passen stets zueinander.

 Während Solid Color im Auftrag von Dibbern gefertigt wird, entsteht das Dibbern Fine Bone China in der firmeneigenen Manufaktur. „Wir haben das 1814 gegründete, erste private Porzellanwerk von Hutschenreuther 1997 in Oberfranken wiedereröffnet, nachdem es kurz zuvor geschlossen werden musste“, berichtet Ben Dibbern, der für den Vertrieb zuständig ist. „Mein Vater hatte gegen den Negativtrend für Porzellanhersteller in Deutschland entschieden, kräftig zu investieren und die Produkte nach eigenen Designideen zu fertigen – übrigens immer noch zum Großteil in handwerklicher Tradition. Beispielsweise wird die homogene Masse gedreht und nicht, wie in der Massenfertigung üblich, isostatisch gepresst.“

 Das Engagement wurde mit Erfolg gekrönt: Luxushotels und Sterne-Restaurants rund um den Globus ordern das feine, leicht transparente Geschirr, darunter das Hamburger Hotel Vierjahreszeiten, das Park Hyatt in New York, außerdem Lufthansa First Class, das Porsche-Museum sowie das Kanzleramt. Und auch bei Rolls-Royce serviert man den Tee in Dibbern Fine Bone China. Inzwischen kann der Kunde aus über 300 Produkten von der Sauciere bis zum Aschenbecher wählen.

 Gastronomiebetriebe wissen das Geschirr aus Bargteheide nicht nur aus ästhetischen Gründen zu schätzen: „Weil die Spülmaschinenfestigkeit und Kantenschlagfestigkeit extrem hoch sind, muss zerbrochene Ware vergleichsweise selten nachbestellt werden. Das ist für uns ein wichtiges Verkaufsargument“, sagt der Marketingchef. Selbst den goldenen Verzierungen und Ornamenten, die Spezialisten per Hand auftragen, können auch hunderte Spülvorgänge nichts anhaben.

 Zum 50. Jubiläum in diesem Jahr blickt das Unternehmen, das zu 100 Prozent der Familie Dibbern gehört, auf eine solide wirtschaftliche Entwicklung: Der Umsatz beträgt rund 20 Millionen, davon über ein Drittel Exportanteil. Das Unternehmen hat den runden Geburtstag nordisch zurückhaltend firmenintern gefeiert: Mit einer Jubiläumsaktion sollen nun auch die Kunden profitieren.

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