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53 Container voller Munition

Großauftrag für TKMS 53 Container voller Munition

Im April 2012 vergab die algerische Marine einen der größten Aufträge ihrer Geschichte. Zwei Fregatten, sechs Hubschrauber und Ausrüstung mit einem Auftragsvolumen von 2,1 Milliarden Euro sollte die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bis Ende 2016 liefern.

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Abtransport in blauen Containern: Hier wird einer der größten Munitionstransporte der jüngeren Geschichte Kiels abgewickelt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Auch für die Werft war es einer der ganz großen Aufträge der vergangenen Jahre. Inzwischen nähert sich die Abwicklung des Deals dem Ende. Die erste Fregatte „Erradi“ hat Kiel im April verlassen, die zweite wird in Kürze folgen. Auch die Hubschrauber und die Ausrüstung haben Deutschland verlassen.

Zu dem militärischen Lieferpaket gehörte auch eine große Menge von Munition für Algerien. Der Transport von Flugkörpern, Torpedos und Granaten wurde in der vergangenen Woche abgeschlossen. Der Frachter „Borkum“ lieferte die zweite Ladung im algerischen Hafen Mers El Kebir sicher ab. Damit erfüllte die Kieler Werft einen Teil des Großauftrags. Zusammengestellt wurde die Munition von einer Spedition im Auftrag von TKMS. Der Umschlag der Container erfolgte über die hermetisch abgeriegelte Pier des Munitionsdepots Laboe.

An der Pier des Depots machten Ende Oktober kurz nacheinander die beiden deutschen Frachter „Borkum“ und „Elsfleth“ fest. Die Schiffe der Reederei Sunship Schifffahrtkontor aus Emden hatten den Auftrag zur Verschiffung der Munition erhalten. Die Bundeswehr stellte für den Umschlag lediglich die Kaianlage und Funktionspersonal, wie beispielsweise die Feuerwehr. Diese Dienstleistung sei über die Gebührenordnung dem Auftraggeber in Rechnung gestellt worden, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte. An beiden Terminen wurden insgesamt 53 Container mit Munition aller Art umgeschlagen. Munition aus Beständen der Bundeswehr sei nicht geliefert worden, so das Verteidigungsministerium.

Der Transport der brisanten Ladung erfolgte in handelsüblichen Seecontainern als Decksladung auf den Frachtern. Die „Elsfleth“ verließ am 1. November Kiel durch den Nord-Ostsee-Kanal. Zwischenfälle gab es keine, so die Polizei.

Zum Abschluss des Rüstungsgeschäfts fehlt jetzt noch die zweite Fregatte. Der Neubau „Falke“ wurde in weniger als zwei Jahren von der Werft German Naval Yards gebaut und erprobt. Derzeit absolviert das Schiff mit der Rumpfnummer 911 auf der Ostsee die letzten Probefahrten. Noch vor Weihnachten soll nach Informationen der Kieler Nachrichten die zweite Fregatte ausgeliefert werden.

Die beiden Fregatten sind Teil eines gigantischen Rüstungsprogramms des nordafrikanischen Landes. Nicht nur in Kiel hat Algerien geordert. In Russland, China, Polen und in Italien entstehen ebenfalls Schiffe und U-Boote mit einem Auftragsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich. In Italien bestellte Algerien ein großes Landungsschiff und Landungsboote. In Russland werden sechs Korvetten sowie vier U-Boote gebaut, und aus China kommen weitere drei Fregatten.

In Danzig entsteht gerade das neue algerische Segelschulschiff. Der 110 Meter lange Dreimaster „El Mellah“ soll im Frühjahr für die Ausbildung des Offiziersnachwuchses genutzt werden. Ein weiteres Schulschiff kam bereits aus China.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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