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Firma aus Kiel gegen Internetangriffe

8ack GmbH Firma aus Kiel gegen Internetangriffe

Es ist ein echtes wirtschaftliches Erfolgsmodell: Die Kieler 8ack GmbH steuert mit innovativen Methoden gegen Angriffe aus dem Internet auf Wachstumskurs.

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Die drei Protektoren von 8ack: links und rechts die Geschäftsführer Daniel Schattke und Björn Christiansen, in der Mitte Technik-Chef Markus Manzke.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Ein Kaufmann, der Umsatz um jeden Preis machen wollte, zündete in schlechten alten Zeiten möglicherweise den Laden seines Mitbewerbers an, damit die Kundschaft zu ihm kommen musste. Mit Geschäften im Internet funktioniert das heute ähnlich. Durch Unmengen von systematisch gesteuerten Zugriffen, sogenannte DDoS-Angriffe, werden Webshops lahmgelegt, um sich Konkurrenz vom Leib zu halten. Auch dem Kampf gegen solch kriminelle Praktiken widmet sich die Kieler 8ack GmbH – mit wachsendem Erfolg.

8ack spricht sich aus wie „Attack“. Die Acht durch den achten Buchstaben des Alphabets ersetzt, lässt sich auch das Wörtchen hack daraus machen – was das Betätigungsfeld der im Gaardener Kreativzentrum W8 ansässigen Firma recht umfassend beschreibt. Immer geht es um Hacker-Attacken, die den Opfern finanziell oder auch ihrem Ruf schaden sollen.

Nachrichtendienst – ganz legal

2014 gegründet, beschäftigt 8ack bereits zwölf Mitarbeiter und will laut Geschäftsführer Björn Christiansen in absehbarer Zeit die Fünf-Millionen-Umsatzmarke geknackt haben. Warum das realistisch ist, erklärt sein Chef-Kollege Daniel Schattke: „Wir verfolgen einen sehr innovativen Ansatz und begegnen Bedrohungen aktiv statt nur reaktiv.“ Das kann man sich ungefähr so vorstellen wie einen guten Nachrichtendienst. Dessen Agenten schlagen nicht gleich Alarm, nur weil jemand so aussieht, als ob er ein Verbrecher sein könnte, sondern sie beurteilen ihn aufgrund seines Verhaltens.

Um das zu entlarven, haben die Kieler IT-Spezialisten Server auf der ganzen Welt platziert. Darauf installieren sie Sensoren, die im Prinzip aus Programmen bestehen, die so tun, als handle es sich um ein ganzes Netzwerk. Diese auch Honeypots genannten Lock-Konstrukte ziehen Internet-Verbrecher an wie der Honig den Bären. An einer speziellen Schnittstelle werden dann die Angriffe gesammelt und ausgewertet, um sie zu blockieren.

Auf den Servern der Kunden geschieht die darauf aufgebaute Abwehr in Echtzeit. Jüngst hatten es die Kieler mit einem Fall zu tun, in dem eine Website 7000 Zugriffe pro Sekunde zu verkraften hatte. Nur drei davon waren harmlos, der Rest beruhte auf einer DDos-Attacke. Wenn so etwas passiert, ist nach Darstellung von Daniel Schattke eine schlagkräftige Abwehr entscheidend. Gelingt es, den Angreifer effektiv zu blockieren, gibt er früher oder später auf, weil ihn jeder Tag Geld in Form von Server-Miete kostet. Konkret haben die Sicherheitsspezialisten dafür das Programm 8ackProtect entwickelt, das zu Einstiegspreisen angeboten wird, die sich auch schon für die Betreiber kleiner Webshops rechnen.

Kontrollierte Angriffe gehören dazu

Größere Kunden nehmen derweil gern einen Security-Check in Anspruch. Unter kontrollierten Bedingungen attackiert 8ack dabei das jeweilige Netzwerk, um dessen Anfälligkeit für DDoS-Attacken, Malware, Spionageprogramme und anderes virtuelles Ungemach zu ermitteln. Auch ist es möglich, das Datenaufkommen der Kunden auf eigenen Servern derartig zu checken.

Gründer und technischer Kopf des Unternehmens ist Markus Manzke, Systemarchitekt und schon viele Jahre immer wieder mit dem Bauen von Honeypots und anderen Bereichen der IT-Sicherheit beschäftigt. 2014 machte er daraus mit 8ack einen professionellen Anbieter, verkaufte Teile der Firma aber bald, um sich bar jeder Geschäftsführerpflichten auf die Technik konzentrieren zu können. „Wir sammeln unheimlich viele Daten und werten sie aus“, beschreibt er den Kern seiner Arbeit. Und die, so sagt Manzke, ist schon deshalb „noch lange nicht fertig“, weil auch die Gegenseite teils „unheimlich schlau“ vorgeht. Unter anderem deshalb hat 8ack eine Kooperation mit einer norddeutschen Fachhochschule begonnen, um in einem Forschungsprojekt zur künstlichen Intelligenz die Verfahren zur automatisierten Erkennung von Hackern zu verfeinern.

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