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Gewissheit für VW-Kunden

Abgas-Software Gewissheit für VW-Kunden

In Deutschland sind 2,8 Millionen Autos mit der manipulierten Abgas-Software von VW ausgestattet. Doch welche genau? „Anhand der Fahrgestellnummer können wir von nun an ermitteln, ob ein Fahrzeug betroffen ist“, kündigte am Donnerstag Michael Ihle am Tag des Kfz-Unternehmers in Neumünster an.

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Werkstattalltag: Eine Sonde zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI, die Manipulation ist dabei jedoch nicht zu erkennen.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Neumünster. Er ist Verbandssprecher des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein und betreibt in Nortorf ein VW-Autohaus mit 30 Mitarbeitern.

Ungewissheit treibt ihn und andere Betroffene seit Beginn des VW-Skandals um. „Wir wissen bisher auch nicht mehr, als in den Medien berichtet wurde“, gibt er zu. Nun ist er froh, „ermitteln zu können, mit welchem Motortyp ein Fahrzeug ausgestattet ist, und ob es in die manipulierte Palette fällt“. Die Daten hierfür seien den Händlern von VW zur Verfügung gestellt worden. Der Konzern werde diese Informationen auch über das Internet bereit stellen. „Das ist jetzt sehr wichtig, weil viele Kunden unsicher sind.“ Aber der große Durchbruch ist es nicht: Denn welche Maßnahmen sich für betroffene Fahrzeuge daraus ergeben, sei vom Konzern noch nicht geklärt. „Damit ist nur der erste Schritt getan“, stellte Ihle fest und konnte dann nur die VW-Position zitieren: „Die problematischen Fahrzeuge werden kostenlos umgestellt. Das ist in den meisten Fällen unproblematisch – ein Update des Motorsteuerungssystems.“ Eventuell sei bei einigen Wagen auch ein Austausch von Teilen nötig. Auf die häufig gestellte Frage von Dieselfahrern ,Was sollte ich jetzt tun?‘ habe er nur die unbefriedigende Antwort parat: „Abwarten.“

 Solche Kundengespräche kennen auch die anderen VW-Händler im Lande. Tim Schneider, VW-Autohausinhaber mit 45 Mitarbeitern in Timmendorfer Strand, bestätigte: „Wie es technisch genau aussieht, wissen wir leider noch nicht.“ Peter Kaim, der sein Autohaus in Leck betreibt, zitiert diese Kundenfrage: „Sie machen doch täglich Abgastests, konnten Sie nicht das Problem sehen?“ Nein, lautet in Neumünster die einhellige Meinung der Fachmänner: „In der Testsituation abseits des Fahrgeschehens sind die Probleme nicht sichtbar.“ Kaim möchte auch für seine Kollegen stark machen: „VW hat in Deutschland 600000 Mitarbeiter – die sind doch nicht alle mit einem Mal schlecht.“ Ob die ganze Misere nicht sogar Positives mit sich bringe – bessere Werkstattauslastungen und damit Umsatzsteigerungen –, konnten die Unternehmer nicht sagen, „da wir nicht wissen, wie der Konzern abrechnen wird“. Einbußen im Verkauf oder Abbestellungen habe man immerhin noch nicht festgestellt, sagte Ihle. Die Händler müssen also auch warten. Und zwar auf den 7. Oktober, den Termin, an dem VW dem Kraftfahrtbundesamt einen konkreten Plan zur Abhilfe vorlegen soll.

 Während sich die Politik in anderen Bundesländern schon für mögliche Folgen des Abgas-Skandals rüstet, unter anderem durch Haushaltssperren in Wolfsburg und Ingolstadt, beruhigte Frank Nägele, Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes gestern: „Jetzt sind wir glücklicherweise nicht in der Situation wie Niedersachsen. Aber wir haben das Ohr an der Branche.“ Würden Liquiditätshilfe benötigt, könne das Land mit seinen drei Förderbanken helfen: „Da steigen wir im Zweifel ein, damit die Unternehmen nicht in die gefährliche Zone rutschen.“

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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