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7000 Flyer landen zu spät bei Kunden

Ärger mit der Post 7000 Flyer landen zu spät bei Kunden

Es sollte ein Sommerfest mit Autoschau und Wurst vom Grill werden. Doch die Kunden der drei Kieler Autohäuser des Ford-Händlers Paulsen & Thoms erreichte die Einladung erst, als die Party schon längst vorbei war. Mehr als zwei Wochen hatte die Deutsche Post gebraucht, um die Flyer auszuliefern.

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Zu spät im Briefkasten: Die Post brauchte mehr als zwei Wochen für die Auslieferung der Einladungsflyer.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Der Imageschaden ist groß, und die Kunden sind sauer“, sagt Henning Stamp von der Agentur Stamp Media, die die Aktion betreute. Gleich nach der Kieler Woche hatte die Agentur die rund 7000 großformatigen Karten bei der Großannahmestelle der Post in Kiel-Wellsee abgegeben. „Die Rechnung kam am nächsten Tag. Das war für uns das Signal, dass die Einlieferung bearbeitet wird“, sagt Stamp. Knapp 4150 Euro kostete das Porto für die Dialogpostsendung. Doch zum Fest im Juli – acht Werktage lagen dazwischen – blieben die Besucher aus. Ein paar Stichproben-Anrufe ergaben, dass niemand die Einladung erhalten hatte. Nachdem die Agentur bei der Post nachhakte und eine Reklamations-Mail sendete, flatterten plötzlich die Flyer in die Briefkästen – zum Teil eine Woche nach der Veranstaltung.

„Wir haben zahlreiche Anrufe von verärgerten Kunden bekommen. Viele haben es als Beleidigung empfunden, zu spät informiert worden zu sein“, sagt Mark Carija, Geschäftsführer von Paulsen & Thoms. Die Unpünktlichkeit der Deutschen Post habe zudem finanziellen Schaden angerichtet. Zum einen, weil sich das Budget auf die Flyer als wesentliches Einladungsmedium konzentriert habe, zum anderen, weil Personal für das Event vorgehalten werden musste. Carija hofft deswegen, dass die Post die Ford-Häuser bei einer Wiederholung der Veranstaltung unterstützt, zum Beispiel durch ein neues, kostenloses Mailing.

Reklamation abgelehnt

Doch die Post hat die Reklamation abgelehnt - unter Berufung auf ihre AGBs. Martin Grundler, Sprecher der Deutschen Post im Norden, teilt auf Anfrage mit: „Der Vorgang ist zwei Mal geprüft worden, dabei haben sich keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten ergeben.“ Tatsächlich heißt es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Dialogpost: „Die Sendungen werden von der Deutschen Post in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach dem Einlieferungstag von dienstags bis samstags zugestellt.“ Dabei handele es sich um ein Qualitätsziel, aber nicht um eine Laufzeitzusage. „Haftungsanspruch gibt es nicht, eine Kulanz konnte leider nicht gewährt werden“, sagt Grundler.

Ein Standpunkt, der Autohaus-Chef Carija verärgert: „Für den Businesskunden bedeutet das doch, dass es keine Planbarkeit und keine Verlässlichkeit gibt. Damit schafft sich die Post selbst ab.“

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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