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Mit dem Minilöschsystem gegen das Feuer

Weltmarktführer aus Ahrensburg Mit dem Minilöschsystem gegen das Feuer

„Jeder Mensch soll jederzeit vor den Gefahren eines Feuers geschützt sein“, sagt Bodo Müller, Chef des Brandschutzunternehmens Job (Ahrensburg). Weil alle zwei Minuten in einer deutschen Wohnung ein Feuer ausbricht, will die Firma das Übel an der Wurzel packen - mit einem Minilöschsystem.

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Präzisionsfertigung: Mitarbeiterin Kirsten Busse prüft die Qualität der Glasampullen mit der roten Flüssigkeit.

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Ahrensburg. „Häufig lösen defekte technische Geräte Brände aus. Wir haben ein Minilöschsystem entwickelt, das das Feuer im Fernseher oder Wäschetrockner erstickt, bevor es Schaden anrichten kann.“

Während öffentliche Gebäude sowie Industrieanlagen in Deutschland durch vernetzte Brandschutzsysteme mit Feuermeldern und Sprinkleranlagen geschützt sind, sehen Brandschutz-Experten für private Haushalte ein relativ hohes Risiko. „Deshalb haben wir einen neuen, revolutionären Ansatz bis zur Serienreife gebracht: Mini-Löschsysteme lösen innerhalb eines technischen Gerätes bereits bei einem auffälligen Temperaturanstieg aus, bevor der eigentliche Brand entsteht,“ sagt Geschäftsführer Götz Gieselmann (45). Die Hersteller von technischen Geräten sollen – so das Kalkül der Ahrensburger – die Systeme ab Werk einbauen. So würden auch imageschädigende Rückrufaktionen vermieden, ergänzt Bodo Müller (54). Herzstück des Systems sind die sogenannten Thermo-Bulbs, mit denen Job seit 20 Jahren die Weltmarktführerschaft verteidigt: Brennt es, erwärmt sich die Flüssigkeit in einer Glasampulle und dehnt sich dabei aus. In Sekundenschnelle zerplatzt das Gläschen, so dass sich Düsen der Sprinkleranlage öffnen und Löschwasser austreten kann. „Die Details zu den Flüssigkeiten in den Bulbs hüten wir strikt als Betriebsgeheimnis“, betont Müller.

 Selbst die hochpräzisen Fertigungsmaschinen, mit denen pro Jahr 90 Millionen Ampullen hergestellt werden, entwickelt und baut Job selbst. So behält das Unternehmen den Technologievorsprung, über den Gieselmann sagt: „Es gibt kein Land auf der Erde, in dem unsere Produkte nicht eingesetzt werden.“ Sie tun Dienst in Industriegebäuden, Hotels, Krankenhäusern, Büros, Pflegeheimen und sogar auf Schiffen. Im Ozeanriesen „Freedom of the Seas“ wurden 17000 Thermo-Bulbs verbaut. Mit ihren Brandmelde- und Löschprodukten setzte die Job-Gruppe 2015 rund 50 Millionen Euro um.

 Für das neue Mini-Löschsystem im Elektrogerät geht die Technologie einen Schritt weiter: Durch die Hitze im Brandfall steigt der Innendruck – die Ampulle platzt und das entweichende Löschmedium erstickt den Mini-Brandherd in einer Platine oder einem Netzgerät, bevor es weiteren Schaden anrichten kann. Außerdem kann das System automatisch den Stromkreislauf unterbrechen. Auch die Hersteller von brandsensiblen gasbetriebenen Autos bauen die Sicherheitseinrichtungen mit den sogenannten E-Bulbs ein. Zu ihnen gehören Audi, VW, Hyundai, Fiat und Mercedes.

 Um das Knowhow weltweit zu vermarkten, integrierte Job 1999 den Brandmeldehersteller Detectomat, 2003 kam der Zulieferer DBM hinzu. Zur Unternehmensgruppe gehört außerdem die Eduard-Job-Stiftung für Thermo- und Stoffdynamik. Aktuell erweitert Job auf dem Firmengelände in Ahrensburg die Kapazitäten, zu den 250 Mitarbeitern sollen demnächst einige Fachkräfte hinzukommen. Sie alle suchen im Sinne des 2009 verstorbenen Ingenieurs Eduard Job nach immer neuen technischen Möglichkeiten, um den Menschen vor Feuergefahren zu schützen.

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