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Sieg für Erben von Berthold Albrecht

Aldi-Familienstreit Sieg für Erben von Berthold Albrecht

Im seit Jahren schwelenden Familienstreit bei Aldi Nord hat das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht die Position der fünf Kinder sowie der Witwe des 2012 im Alter von 58 Jahren verstorbenen Berthold Albrecht gegen dessen Bruder Theo klar gestützt.

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In Nortorf ist nicht nur ein Zentrallager von Aldi Nord, hier haben auch alle drei beteiligten Stiftungen ihren Sitz.

Quelle: Sven Janssen

Schleswig/Nortorf. Eine am 23. Dezember 2010 vom damaligen Vorstand beschlossene Satzungsänderung, die den Einfluss Theos sowie des Aldi-Verwaltungsrates in Essen auf die von Berthold gegründete Jakobus-Stiftung gestärkt hatte, ist aufgrund einer fehlerhaften Vertretungsregelung unwirksam. Damit können die Erben Bertholds frei über die Besetzung des Stiftungsvorstandes entscheiden. Der wiederum hat das Sagen, wenn es darum geht, wie viel Geld an die Familienangehörigen ausgeschüttet wird und wie viel im Unternehmen verbleibt. „Der Versuch der Familie von Theo Albrecht junior, auf die Stiftung seines verstorbenen Bruders Einfluss zu gewinnen, ist damit vorerst gescheitert“, sagt ein Kenner der Verhältnisse im Reich von Aldi Nord.

Noch jedoch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Emil Huber, Anwalt und enger Vertrauter von Theo Albrecht junior, hatte bereits am Vortag angekündigt, im Fall einer Niederlage beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig Berufungsantrag zu stellen: „Wir werden auf keinen Fall aufgeben.“

Anwalt der Erben sehr zufrieden

Mit ihrer Klage hätten die Kinder gegen den Willen ihres Vaters und Stifters gehandelt, dem es 2010 darum gegangen sei, mehr unternehmerische Expertise im Vorstand zu verankern. Andreas Urban, Anwalt der Berthold-Erben, äußerte sich am Freitag „sehr zufrieden“ mit dem Urteil und zeigte sich zuversichtlich, dass dies auch einer Berufung standhalten werde: „Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Geklagt hatten die Berthold-Erben gegen den Kreis Rendsburg-Eckernförde, der als zuständige Stiftungsaufsicht die damalige Satzungsänderung genehmigt hatte – obwohl Berthold Albrecht für ein schwer erkranktes Vorstandsmitglied mit unterschrieben hatte. Das Argument Hubers, Willensbildung und die eigentliche Entscheidung seien bereits Wochen vor dem 23. Dezember erfolgt, die Unterschriften somit nur noch ein formaler Akt gewesen, ließ die sechste Kammer des Verwaltungsgerichts nicht gelten.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Verwaltungsgericht
Foto: Aldi Nord hat seinen Sitz in Nortorf.

In einem seit Jahren schwelenden Streit um den Einfluss bei der von Berthold Albrecht gegründeten Jakobus-Stiftung haben die Töchter des 2012 verstorbenen Enkels von Aldi-Gründer Karl den Kreis Rendsburg-Eckernförde vor Gericht gezogen. Denn Aldi Nord hat seinen Sitz in Nortorf.

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