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1734 neue Jobs im Norden

Ansiedlungsbilanz 1734 neue Jobs im Norden

Insgesamt 134 neue Firmen haben sich 2015 für den Standort Schleswig-Holstein entschieden, mittelfristig sollen dadurch 1734 neue Arbeitsplätze entstehen: „Ich bin mit diesem Ergebnis zufrieden“, sagte am Donnerstag Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz in Kiel.

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Bernd Bösche (WTSH-Geschäftsführer v.li.) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD).

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Damit liegt das Resultat zumindest in Sachen Jobs auf dem Niveau von 2014 (1728), die Zahl der Betriebe ging allerdings um 13 zurück. Unzufrieden äußerte sich Meyer über die „massiven“ Versuche des Nachbarlandes Mecklenburg-Vorpommern, Betriebe aus dem Raum Lübeck, Stormarn und Lauenburg zu einer Verlagerung des Standortes zu bewegen. „Das ist eine aggressive Abwerbepolitik, die mir schon Sorgen bereitet“, sagte der Minister. Verlockend seien die immer noch geltenden unterschiedlichen Fördersätze in beiden Bundesländern sowie die im Nachbarland günstigen Grundstückspreise. „Das macht uns Probleme und deshalb müssen wir weiter hart daran arbeiten, unsere Standortfaktoren zu schärfen“, sagte Meyer. Als positiv bewertete der Minister die „qualitative“ Bilanz der Ansiedlungspolitik in Schleswig-Holstein: „Waren 2014 noch zehn Prozent aller Unternehmen dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen, konnten wir den Anteil jetzt auf 19 Prozent fast verdoppeln.“ Damit schufen diese Unternehmen im vergangenen Jahr ein Drittel aller neuen Arbeitsplätze, 2014 waren es gerade einmal acht Prozent. „Das zeigt, wie wichtig es ist, im Norden auf das Thema Industriepolitik zu setzen. Das macht Mut“, sagte Meyer.

Das Potenzial ist groß

Diese Betriebe würden zudem „durch Multiplikatoreffekte“ für neue Jobs bei Zulieferern und Dienstleistern in der Region sorgen, sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Bernd Bösche. Und etwa 20 Prozent der künftigen neuen Arbeitsplätze entstünden durch 13 ausländische Investoren. Auch wenn 2015 nur vier chinesische Firmen hinzugekommen seien, sei das Potenzial weiterhin sehr groß: „China schüttelt sich derzeit, wird aber nach Überwindung der Krise wieder einen großen Anteil an den Ansiedlungen im Norden haben“, sagte Bösche.

2015 siedelten sich insgesamt mehr Firmen südlich des Nord-Ostsee-Kanals an, 2014 war es noch umgekehrt. Besonders profitiert habe der Standort Norderstedt, sagte Marc-Mario Bertermann, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Norderstedt (Egno). So habe sich beispielsweise das Schweizer Unternehmen Condair, weltweit führend im Bereich der Luftbefeuchtung und Verdunstungskühlung, nach dreijährigen Gesprächen entschieden, dort einen Produktions- und Logistikstandort zu errichten. Mittelfristig sollen 200 Arbeitsplätze entstehen, sagte Bertermann, der als Wirtschaftsförderer der Bündnisregion Nordgate angehört, die Gewerbeflächen zwischen Neumünster und Norderstedt gemeinsam vermarktet. Da genügend freie Flächen längs der A7 zur Verfügung stehen würden, sei es jetzt wichtig, gemeinsam mit der WTSH und dem Land für eine „nachhaltige“ Ansiedlung zu sorgen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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