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Jungunternehmer wollen nicht aufgeben

App aus Kiel Jungunternehmer wollen nicht aufgeben

Der App-Markt wächst rasant. Manche Entwickler wurden mit einer guten Idee in kurzer Zeit zu Milliardären. Doch der Markt ist umkämpft, der Alltag der meisten Gründer sieht anders aus. Die Kieler Thorben Falk (20) und Tobias Eichberger (22) haben im Februar eine eigene App herausgebracht: „finit“ ist ein Intervalltimer.

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Sie entwickelten einen digitalen Helfer für die Küche: Tobias Eichberger (li.) und Thorben Falk mit ihrer finit-App.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die moderne Form des Kurzzeitweckers ist praktisch in der Küche. Brauchen die Pommes im Ofen etwa 25 Minuten, können Nutzer mit einem Fingerstreich über das Smartphone-Display diesen Zeitraum festlegen. Ein farbiger Kreis erscheint. Vier Zeiten gleichzeitig können User einprogrammieren – vier Ringe für vier Kochplatten.

 Vor gut zwei Jahren beschlossen die Freunde, sich selbstständig zu machen. „Wir wollten nicht das Rad neu erfinden, sondern etwas, das es schon gibt, besser machen“, sagt Falk. Schnell kam das Duo auf die Idee für den Timer, aber die Umsetzung dauerte lange. Das Problem: Sie selber können nicht programmieren. Ein Jahr suchten sie vergeblich nach einem Informatiker. Schließlich engagierten sie die Entwickler von der Kieler Firma Cap3. Mehrere tausend Euro hat das die Jungunternehmer gekostet, finanzieren konnten sie das nur mit der Hilfe ihrer Eltern.

 Wieder reingekriegt haben sie die Investition noch nicht. 99 Cent kostet der Download ihrer App, diesen Monat haben sie damit 50 Euro verdient. Bislang ist das Unternehmen für sie ohnehin nur ein Hobby. Eichberger ist eigentlich Mediengestalter, Falk arbeitet als Foto-Designer.

 „Der Sinn war nicht, mit der App stinkreich zu werden“, sagt Falk. Auch wenn sie natürlich große Erfolge wie den des Kielers Andreas Illiger im Hinterkopf gehabt hätten, der sein Smartphone-Spiel „Tiny Wings“ Millionen Male verkaufte. Sie seien an ihrem Projekt gewachsen und hätten wertvolle Erfahrungen in der Selbstständigkeit gesammelt. Darin sind sich die beiden einig. Ideen hätten sie jedenfalls noch viele.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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Kiel
Foto: Reich werden mit einer App? Das geht laut den Kieler Entwicklern Stefan Aust (li.), Jörg Pechau (Mitte) und Niels Kausche nicht mehr so einfach wie früher.

„Mit einer App reich werden, das geht nicht mehr so einfach wie in den Anfangsjahren“, sagt Jörg Pechau. „Aber wenn man eine richtig gute Idee hat, ist das immer noch möglich.“ Der 47-Jährige entwickelt mit seinem Team von I.C.N.H. seit sechs Jahren Apps für Unternehmen. Zu den Kunden der Kieler gehören große Firmen wie Hermes, Elitepartner und Eventim.

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