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97.000 Arbeitslose im Norden

Anstieg 97.000 Arbeitslose im Norden

Milder Winter, robuste Konjunktur, bislang geringe Auswirkungen durch den Zuzug von Flüchtlingen: Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein stieg zwar im Vergleich zum Vormonat im Dezember um 2800 auf 97.000 an, liegt damit allerdings auf dem niedrigsten Niveau seit 1992.

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Die Arbeitslosenzahlen stiegen im Dezember in Schleswig-Holstein um 2800.

Quelle: Felix Zahn/dpa

Kiel. Das teilte am Montag Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, mit.

Sie rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Zahl auf 101.100, darunter alleine 4500 Flüchtlinge mit Bleibeperspektive. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Verbänden, Arbeitgebern und dem Land an Konzepten arbeiten, wie wir die Sprachkompetenz der Flüchtlinge schnell verbessern können“, sagt Haupt-Koopmann. Bundesweit stünden 179 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für Integrationskurse bereit, zudem werde die Zahl der Mitarbeiter in den Agenturen und Jobcentern im Norden vorerst um 120 erhöht.

Als „große Herausforderung“ für Schleswig-Holstein bezeichnet auch Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive: „Das wird uns 2016 und in den Folgejahren beschäftigen, und das wollen wir auch bewältigen.“ Aber auch der deutliche Anstieg der Arbeitslosenzahl bei älteren Arbeitnehmern bereitet dem Minister Sorge: „Ich appelliere daher nach wie vor an die Betriebe im Norden, auch auf erfahrene Arbeitskräfte zu setzen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.“

Im Jahresdurchschnitt 2015 ging die Arbeitslosigkeit im Norden im Vergleich zu 2014 deutlich um 3,1 Prozent zurück – von 100.958 auf 97.850. „Besonders erfreut bin ich nicht nur über das kräftige Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 2,6 Prozent auf knapp 936.000, sondern auch über die unverändert hohe Arbeitskräfte-nachfrage“, sagt Haupt-Koopmann. Insgesamt 67.900 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden der Agentur 2015 gemeldet – ein Plus von 3200 im Vergleich zum Vorjahr.

Vom dynamischen Arbeitsmarkt in Hamburg würden auch viele Schleswig-Holsteiner profitieren, sagt Haupt-Koopmann. Etwa 167.000 Pendler würden in der Hansestadt ihr Geld verdienen, etwa 53.000 Hamburger pendeln zur Arbeit nach Schleswig-Holstein. Eine Arbeitsstelle in Mecklenburg-Vorpommern steuern dagegen nur 5000 Schleswig-Holsteiner an. Verhalten optimistisch beurteilt die Agenturchefin die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2016: „Die aktuellen Konjunkturumfragen deuten auf ein weiteres, stetiges Beschäftigungswachstum hin – eine Entwicklung, die wir nutzen können.“

Unter den Kreisen hatte im Dezember Stormarn mit 3,6 Prozent (Vormonat 3,5) die niedrigste und Dithmarschen mit 7,7 (Vormonat (7,2 Prozent) die höchste Arbeitslosenquote. Unter den kreisfreien Städten gab es in Flensburg mit 9,1 Prozent (Vormonat 9,0) den geringsten Wert, in Kiel mit 10,1 Prozent (Vormonat 10,0 Prozent) den höchsten.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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