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Dem perfekten Rad auf der Spur

Ascheffel Dem perfekten Rad auf der Spur

Was haben die Tiroler Alpen mit den Hüttener Bergen gemeinsam? Die Höhe wohl eher nicht, müssten die schleswig-holsteinischen Erhebungen mit ihren maximal knapp über 100 Metern hohen Gipfeln doch eigentlich „Hüttener Hügel“ heißen. „Aber sie sind das Beste, was Schleswig-Holstein zu bieten hat“, sagt Jürgen Schlender. Der 53-jährige Ascheffeler lebt mit seiner Familie mitten im Naturpark Hüttener Berge. Seine Mountainbikes Marke Alutech Cycles konzipiert er allerdings nach alpinen Maßstäben. Und deshalb sind sie auch aus Tirol nicht mehr wegzudenken.

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Jürgen Schlender in seiner Ascheffeler Werkstatt: Er ist stolz darauf, dass seine individuell konstruierten Mountainbikes in den Alpen wahre Renner sind.

Quelle: Birgit Johann

Ascheffel. Schlenders Werkstatt liegt am Ortsrand von Ascheffel. Hier fertigen er und seine zehn Mitarbeiter Mountainbikes für Individualisten. Immer wendiger und immer leichter – in wenigen Jahren hat sich die einst latent klobige Fahrrad-Gattung zum eleganten Extremsportgerät entwickelt. „Da, wo wir teilweise runterfahren, würden manche nicht mehr zu Fuß gehen“, sagt Schlender lächelnd. Er ist selber an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Einst war er im Hamburger Textilsektor tätig, doch schon lange gilt seine Leidenschaft dem Mountainbike. Er hat an zahlreichen Rennen teilgenommen, und der Wunsch, dieses Rad zu perfektionieren, ließ ihn vor 23 Jahren die Textilbranche verlassen und sein Hobby zum Beruf machen. Der ideale Fahrradrahmen – Jürgen Schlender ist überzeugt, dass es den gibt. Sein kleinstes Modell, das Supurb Bo 12, wiegt 5,6 Kilo. „Darauf fahren schon Drei-Jährige Rennen.“

 Auch er selber ist bisweilen noch im Rennen, etwa Ende Mai auf der Enduro-Rallye im Südtiroler Latsch. Dort hat er mit seinen beiden Teamkollegen den dritten Platz geholt. Wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und der Höhenunterschiede von mehreren Tausend Metern gilt die Region als Enduro-Paradies, die Szene spricht von „Traumtrails“. Ebensolche Qualitäten weist das Dreiländereck von Österreich, Italien und der Schweiz am Reschenpass auf, wo Schlender seit Jahren seine Prototypen testet. Als der Ascheffeler Firma dort vor drei Jahren angeboten wurde, die Partnerschaft für den Ausbau von zwölf Bikestrecken anzunehmen, sagte Schlender zu. 60 Kilometer naturbelassener Wege mit überwältigendem Gebirgspanorama für Fahrer aller Leistungsklassen wurden gebaut. Gerade wurden die „3 Länder Enduro Trails powered by Alutech“ feierlich in 2000 Metern Höhe eröffnet. Schlender ist begeistert und empfiehlt jedem Biker, der die Herausforderung sucht, einen Besuch am Reschenpass.

 Warum wohnen er, seine Frau und die beiden 14-jährigen Töchter dann eigentlich in Ascheffel? Tatsächlich habe die Familie nach Immobilien im Allgäu Ausschau gehalten, bekennt der Firmenchef. „Aber wir sind eben Norddeutsche.“ Und da habe man sich in Schleswig-Holstein eben die bergähnlichste Region ausgesucht. Damit sie für Freeriders noch an Attraktivität gewinnt, möchte Schlender auch in den Hüttener Bergen ein Trailnetz etablieren.

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