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Ethische Geldanlage gefragt wie nie

Auch im Norden Ethische Geldanlage gefragt wie nie

Geld gibt es genug in der Welt – die Frage ist, was man daraus macht. Immer mehr Anleger wollen Positives bewirken. Entsprechend gefragt sind Anlagen, die mit Etiketten wie „ethisch“, „ökologisch“ oder „nachhaltig“ werben - auch im Norden.

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Quelle: KN-online

Kiel. „Das Angebot ist extrem unübersichtlich“, sagt Michael Herte, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Das Problem: Nirgendwo ist verbindlich festgelegt, was etwa mit „nachhaltig“ gemeint ist. Jede Bank, jeder Fondsanbieter hat da ganz eigene Konzepte. Mancher nennt ein Produkt „ethisch“, wenn bestimmte Ausschlusskriterien erfüllt sind: keine Waffen etwa, keine Kernenergie, keine Kinderarbeit, kein Öko-Raubbau. Andere finden es schon nachhaltig, wenn sie in ein Unternehmen investieren, dass in seinem Markt die höchsten Umweltstandards erfüllt. Dieser Ansatz kann aber bedeuten, dass sich die Aktien eines Mineralölkonzerns in einem „Ethik“-Fonds wiederfinden.

Oikocredit will im Kieler Raum Gas geben

Vor allem im Norden Gas geben will jetzt die weltweit agierende Genossenschaft Oikocredit, eine kirchlich verwurzelte Organisation irgendwo angesiedelt zwischen Bank und Entwicklungshilfe. „Spenden sind wichtig“, sagt Ralf Diez. Doch leider, so der Vorsitzende des Oikocredit-Fördervereins Norddeutschland, würden sie allzu oft versanden, statt die Entwicklung in einer Region voranzubringen. Statt Geld zu verschenken, verleiht es Oikocredit – an Handwerker zum Beispiel, denen manchmal nur 500 Dollar fehlen, um ihren eigenen Betrieb zu gründen.

Auch aus Sicht des Verbraucherschützers ist das eine gute Sache: „Menschen auf diese Weise Würde zu geben, ist sehr begrüßenswert“, sagt Herte. „Doch ob nachhaltig oder nicht: Die Grundregeln der Geldanlagen sollte man immer beachten.“ Und das heißt auch: Keinesfalls auf risikobehafteten Genossenschaftsanteilen die Altersvorsorge aufbauen oder Geld investieren, das für bestimmte Zwecke fest eingeplant ist.

Infos: www.geld-bewegt.de. Mit zwölf Veranstaltungen in zwölf Monaten will Oikocredit im Raum Kiel über das Thema informieren. Den Auftakt macht am Freitag, 6.10., ein kostenloser Filmabend („Let’s make money“) mit Diskussion ab 16 Uhr im Kieler Studio-Kino. Anmeldung: norddeutschland@oikocredit.de

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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