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Kieler Hafen bekommt mehr Gewicht

Aufschwung Kieler Hafen bekommt mehr Gewicht

Licht und Schatten liegen in diesen Tagen bei den Häfen in Deutschland dicht beieinander. Während die Landeshauptstadt Kiel bei Reedern beliebter wird, verliert Lübeck dramatisch an Marktanteilen.

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Um den Straßenverkehr zu entlasten, verschifft der Seehafen Kiel Container auf dem Seeweg via Kanal nach Hamburg.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Seehafen Kiel hat im ersten Halbjahr über 27 Prozent mehr Güter umgeschlagen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zur selben Zeit setzte Lübeck seine Talfahrt fort: Der Hafen dort verliert Marktanteile an Kiel und Rostock.„Wir sind in allen Bereichen auf Wachstumskurs“, sagte Kiels Hafensprecher Ulf Jahnke auf Nachfrage. Das starke Wachstum in Kiel im ersten Halbjahr habe seine Gründe im steigenden Umschlag von Papier, Baustoffen, Kohle und Öl. Außerdem konnten große Mengen Papier von Lübeck nach Kiel verlagert werden. In Kiel wurden im ersten Halbjahr allein 110000 Tonnen Getreide und Baustoffe zusätzlich umgeschlagen. Und auch der im Sommer wieder gestartete Transport australischer Kohle zum Gemeinschaftskraftwerk Kiel wird sich zum Jahresende in der Bilanz des Kieler Hafens widerspiegeln. Auch der Umschlag von Raps- und Dieselöl stieg in Kiel im ersten Halbjahr um 30000 Tonnen.

Beim Fährverkehr gab es in Kiel zwar auch ein Plus, doch das fällt bei den Tonnen niedriger aus. „Das liegt daran, weil hier immer Bruttotonnen gezählt werden. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge mit ihrer Ladung“, erklärt Jahnke. Das starke Plus beim Seehafen hat seine Ursachen aber in den in Netto-Tonnen gezählten Massengütern.

Oder mit anderen Worten: Beim Fährverkehr zählen die Häfen Brutto-Gewichte. Denn bei den Fährlinien werden auch die Lkw- und Container-Gewichte mit berechnet und nicht nur die Güter. Dadurch spricht der Kieler Hafen in seiner Halbjahresbilanz von 3,7 Millionen Tonnen, beim Zentralverband hingegen wurden nur die 2,53 Millionen Tonnen der Güter registriert.

Bei allen rund 180 deutschen Hafenunternehmen lag im ersten Halbjahr die Umschlagleistung bei 150,1 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2016 wurden 148,7 Millionen Tonnen erreicht. „Das zweite Halbjahr 2017 läuft gut. Die 300 Millionen-Tonnen-Marke, die wir zuletzt 2014 überschritten haben, sollte zu schaffen sein“, sagt Frank Dreeke, der Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe in Hamburg. Gleichwohl ist die Aussicht auch für den Hamburger Hafen schlecht. Die wachsende Rolle Rotterdams als Haupthafen sowie der Ausbau der Ostseehäfen Göteborg, Danzig und Klaipeda sorgen dafür, dass auch öfter große Containerschiffe bis in die Ostsee fahren. Aber auch in den Niederlanden wachsen die Kapazitäten.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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