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Ein Küchenstudio auf Rädern

Aus Altenholz Ein Küchenstudio auf Rädern

Auf die Idee muss man erst mal kommen: mit einem Küchenstudio im Lkw direkt zum Kunden fahren. Die Altenholzerin Manuela v. Meißner hat sich damit einen Traum erfüllt. Am Sonnabend feiert die Unternehmerin im Kieler Nordhafen ihren Stapellauf.

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Um den Zwölftonner fahren zu können, hat Manuela v. Meißner den Lkw-Führerschein gemacht.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz/Kiel. Sie wirkt zupackend und strahlt Optimismus aus. Hat als Boxerin Erfahrung darin, sich durchzukämpfen. Eigenschaften, die Manuela v. Meißner geholfen haben, ihr fahrendes Küchenstudio Wirklichkeit werden zu lassen. Denn mal eben bauen lassen: So einfach, wie sie es sich vorstellte, war das nicht, erinnert sich die 42-Jährige lachend. Eineinhalb Jahre dauerte es, bis alle Hindernisse überwunden waren.

Gebaut wurde der schwarze Küchentruck von einem Bielefelder Unternehmen, „genau nach meinen Vorstellungen“. Manuela v. Meißner kommt aus der Branche, arbeitete zuvor 23 Jahre im Familienunternehmen Molzen-Küchen in Kiel-Holtenau mit. „Wir waren immer schon ziemlich individuell“, sagt die 42-Jährige. Doch nun wollte sie etwas ganz Eigenes entwickeln. Ihre Idee: Das Küchenstudio sollte nicht an einen Ort gebunden sein, sondern für die Beratung zum Kunden vorfahren können. Nach v. Meißners Angaben ist das mobile Studio einzigartig in Deutschland. Sie sucht aber auch noch nach einem schönen Standort, an dem sie ihr Küchenstudio regelmäßig zu festen Zeiten öffnen kann. „Vielleicht ein Gut oder Ähnliches.“

Eigens den Lkw-Führerschein gemacht

14,20 Meter lang, 2,50 Meter breit und 3,75 Meter hoch ist der Zwölftonner, für den die gelernte Erzieherin, studierte Betriebswirtin und Raumgestalterin extra den Lkw-Führerschein machte: „Ganz frisch, vor drei Wochen!“ Der Zugang ist behindertengerecht und führt durch eine Glastür – aufwendig bei einem Lkw. Vier Küchen enthält die Ausstellung: „Damit kann ich alles zeigen“, erklärt v. Meißner. Und präsentiert stolz grifflose Fronten und solche mit Griff, verschieden dicke Arbeitsplatten, unterschiedliche Rückwände, Müllsysteme, Eckschränke, Innenausstattung und Beleuchtungsmöglichkeiten. Die Geräte funktionieren, aus dem Wasserhahn fließt Wasser: „Wo gibt es das in einer Ausstellung?“ Auch ein kleines Bad mit Toilette enthält der Lkw, ebenso eine „VIP-Lounge“ für die Beratung, die zum Schlafplatz umgebaut werden kann.

Was der Kunde nicht ahnt: Wie viel Technik dafür im und vor allem unter dem Truck steckt, wie kompliziert und herausfordernd der Bau war. So wölben sich zum Beispiel bei einem Lkw die Wände bei Hitze. Plötzlich klafften zwischen Außenhaut und schon eingebauten Schränken Löcher, erinnert sich die 42-Jährige. Natürlich sind die Möbel speziell gesichert, damit sie sich während der Fahrt nicht öffnen. Gut, dass Manuela v. Meißner vorher nicht ahnte, was mit dem Bau, der über 220000 Euro kostete, auf sie zukam: „Aber jetzt bin ich wahnsinnig stolz auf meinen Lkw“, sagt sie strahlend.

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Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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