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Autokraft rechnet mit Streik ab November

Verkehrsbetriebe Autokraft rechnet mit Streik ab November

435 Buslinien bedient die DB-Tochter Autokraft mit etwa 760 Mitarbeitern in Schleswig-Holstein. Künftig könnten unrentable Linien wegfallen oder müssten Fahrpreise erhöht werden, wenn sich im Streit mit Verdi über einen neuen Tarifvertrag im privaten Omnibusgewerbe keine Lösung abzeichne, sagt Autokraft-Geschäftsführer Frank Priewe.

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Blick ins Depot der Autokraft in Kiel-Wellsee: Den Schleswig-Holsteinern drohen unbefristete Streiks der Busfahrer.

Quelle: dpa

Kiel. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen am vergangenen Donnerstag haben die Verdi-Mitglieder im Rahmen einer Urabstimmung darüber entschieden, ob als nächster Schritt unbefristet gestreikt wird. Das Ergebnis der Auszählung soll laut Verdi in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. „Wir rechnen mit einem Ausstand ab Anfang November“, sagte Priewe, der weiterhin hofft, dass es doch noch zu der vom Arbeitgeberverband Omnibusverband Nord (OVN) favorisierten Schlichtung kommt. „Die Handys sind nicht ausgestellt, die Hand bleibt ausgestreckt.“ Nach Angaben von Verdi-Fachbereichsleiter Gerhard Mette („Wir stünden zur Verfügung“) gibt es derzeit allerdings keine Gesprächssignale. „Es zeichnet sich ab: Der OVN ist nicht verhandlungswillig oder verhandlungsfähig.“ Für die Busfahrer, für die Verdi eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro fordert, gehe es um die Existenz: „Wer heute nach 45 Jahren Dienst ausscheidet, bekommt weniger als 800 Euro Rente.“ Viele Beschäftigte müssten sich schon jetzt einen zweiten oder dritten Job suchen, um über die Runden zu kommen. Diskutiert werde deshalb, ob ein Tarifvertrag im OVN, der in Schleswig-Holstein als repräsentativ auch für Ausschreibungen neuer Linien gilt, in dieser Form zukunftsfähig sei. „Deshalb sollte das höhere Niveau des Tarifvertrages im Nahverkehr, bei dem etwa 250 Euro mehr verdient wird, für alle Busunternehmen im Land gelten“, betonte Mette.

 Diese Forderung hält Priewe für überzogen: „Zwölf Prozent mehr Gehalt in zwölf Monaten – Verdi verkennt die wirtschaftliche Situation der Branche und sägt an den Arbeitsplätzen unserer Mitarbeiter.“ Frank Hornschu, DGB-Vorsitzender der Region Kiel, fordert den OVN auf, endlich einzulenken: „Die Forderungen von Verdi sind konsequent und maßvoll. Es gibt keine hinreichende Begründung für die Einkommensdifferenzen zwischen dem privaten und öffentlichen Personennahverkehr.“ Die Arbeitgeber würden deshalb allein die Verantwortung für die anstehenden Arbeitsniederlegungen tragen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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