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Künftig wird es richtig eng

Autozüge nach Sylt Künftig wird es richtig eng

Wenn an diesem Sonntag der Winterfahrplan der Bahn in Kraft tritt, könnte eigentlich neben dem bisherigen Autozugbetreiber DB Fernverkehr auch das Eisenbahnunternehmen Railroad Development Corporation Deutschland (RDC D) Autozüge über den Hindenburgdamm nach Westerland auf Sylt rollen lassen. Doch es gibt Probleme.

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Frisch gestrichen und bereits zugelassen: In Kiel werden die modernisierten Pkw-Transportwagen des insgesamt 600 Meter langen Autozugs von RDC derzeit von Mitarbeitern der Northtrail Technical Services mit Lautsprecheranlagen ausgerüstet.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Wir werden fahren, aber voraussichtlich erst ab Februar“, sagte am Donnerstag RDC-Europachef Hans Leister. Grund für die Verspätung seien noch „ungeklärte Fragen“ bei der Abfertigung der Züge an den Terminals der Bahnhöfe in Niebüll und Westerland.

 Wenige Tage zuvor hatte Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele in einem Schreiben von „unhaltbaren Verkehrsverhältnissen“ in beiden Bahnhöfen gewarnt – ähnlich wie die RDC selber, die dem landeseigenen Unternehmen Nah.sh wie berichtet vorwirft, durch mehr Anmeldungen für den Nahverkehr zu einer zusätzlichen Verschärfung der Situation beizutragen.

 Da gleichzeitig auch die DB selber ihre Zahl der Fahrten mit dem äußerst lukrativen Autozug von derzeit 14000 auf 20000 im Jahr erhöht, ist bei den Insulanern die Angst groß, dass an den Bahnübergängen die Schranken künftig kaum noch geöffnet sind.

 „Wir hoffen, dass die offenen Fragen für einen reibungslosen Ablauf im Interesse der Insel schnell gelöst werden“, sagt RDC-Deutschland-Geschäftsführer Carsten Carstensen. Künftig sollen Autozüge der DB und der RDC im Halb-Stunden-Takt verkehren. „Das ist so mit dem neuen Fahrplan nicht umsetzbar“, sagt Carstensen. Gemeinsam mit der DB Netz als Eigner der Infrastruktur in den Bahnhöfen müssten jetzt Details geklärt und Abfertigungsverfahren eventuell angepasst werden.

 Bislang habe die RDC einen „hohen einstelligen Millionenbetrag“ nach dem Gewinn der Ausschreibung auf der Sylt-Strecke investiert, die das Unternehmen nun zehn Jahre befahren kann. Ab 2017 will RDC hier mit neuen geräuscharmen doppelstöckigen Wagen und Loks für rund 60 Millionen Euro fahren. Vorerst werden Dieselloks des Typs Mak ME 26 sowie umgerüstete und erneuerte einstöckige Pkw-Transportwagen eingesetzt, die etwa 120 Autos befördern können. Im Auftrag der RDC wird die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) die drei etwa 600 Meter langen Züge fahren, zunächst 98 Mal pro Woche. Ab 2017 kann RDC die Strecke dann sogar mindestens 104 Mal wöchentlich bedienen. „Die NOB ist ein routinierter Partner, der aufgrund seiner Erfahrung mit der Syltverbindung bestens vertraut ist“, sagt Carstensen.

 RDC mit Sitz in Niebüll, Köln und Hamburg betreibt unter anderem seit 2012 den Hamburg-Köln-Express (HKX) und gehört zum gleichnamigen mittelständischem amerikanischen Eisenbahnunternehmen aus Pittsburgh.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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