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Autozug Sylt startet jetzt Probebetrieb

Zulassung der RDC-Wagentypen Autozug Sylt startet jetzt Probebetrieb

Wagen zugelassen, Geschäftsführung erweitert: Wenige Tage vor dem Betriebsstart des Autozuges Sylt hat das US-amerikanische Unternehmen Railroad Development Corporation (RDC) die entscheidenden Weichen auf der lukrativen Bahnverbindung von Niebüll nach Westerland auf Sylt gestellt.

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In Kiel wurden die modernisierten Pkw-Transportwagen des insgesamt 600 Meter langen Autozugs von RDC von Mitarbeitern der Northtrail Technical Services mit Lautsprecheranlagen ausgerüstet.

Quelle: Uwe Paesler

Niebüll. Nach Angaben von Carsten Carstensen, Geschäftsführer der RDC-Autozug Sylt mit Sitz in Niebüll, habe das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Wagentypen des Autozuges zugelassen. „Nun können wir unseren 14-tägigen Probebetrieb starten, an den sich zeitnah der Betriebsstart anschließt“, sagte Carstensen am Mittwoch.

Zuvor waren unter anderem die einstöckigen Pkw-Transportwagen des insgesamt 600 Meter langen Zuges in Kiel mit Kommunikations- und Sicherheitstechnik ausgestattet worden. Diese Ausstattung soll den besonderen Sicherheitsanforderungen Rechnung tragen, da die Fahrgäste während der etwa 35-minütigen Überfahrt in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben. Ob sich mit dem Start von RDC die Situation des Zugverkehrs über das Nadelöhr Hindenburgdamm verschärfen wird, ist noch offen. Weil sich der bisherige Monopolist auf der Strecke, die Deutsche Bahn (DB), durch das Vergabeverfahren zusätzliche Verbindungen gesichert hat, kommt es schon jetzt zu chaotischen Verhältnissen.

Variable Preise

Durch die Kombination von Autozug und Personenzug zum Sylt-Shuttle Plus fahren seit Dezember fast doppelt so viele Autozüge wie zuvor. Der neue Mitbewerber RDC, der bereits im Frühjahr 2015 den Zuschlag für die Strecke von der Bundesnetzagentur bekam und dort zehn Jahre lang Fahrten neben der Bahn anbieten darf, wird deshalb zum Start zunächst täglich insgesamt acht Fahrten anbieten – weniger als zuvor geplant. Und anders als die Bahn will RDC dafür variable Preise nehmen, die sich an der Auslastung des Zuges orientieren.

14-tägiger Probebetrieb

Dem Vernehmen nach versucht das Land weiterhin, zwischen der Bahn und RDC zu vermitteln, um eine weitere Zuspitzung der Verkehrssituation auf der Insel mit vielen Verspätungen und teilweise sehr lange geschlossenen Schranken zu vermitteln. Grund dafür sind unter anderem zu wenige Abstellgleise und Weichen, um eine reibungslose Abfertigung der Züge zu garantieren. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Probleme vor Ort gelöst werden“, sagte RDC-Sprecherin Meike Quentin. Deshalb sollen nach Ablauf des 14-tägigen Probebetriebes „die gewonnenen Erkenntnisse verwendet werden, um die Zugläufe weiter optimieren zu können“.

Professionalisierung der Aktivitäten in Deutschland

Parallel dazu werden sich RDC Deutschland und seine beiden operativen Gesellschaften RDC Autozug Sylt und Hamburg-Köln-Express (HXX) zum 1. April personell verstärken und neu strukturieren: „Es geht uns um eine weitere Professionalisierung unserer Aktivitäten in Deutschland“, sagte RDC-Vorstandsvorsitzender Henry Posener III. Jens Arne Jensen (zuvor Arriva, DB) und Karsten Nagel (S-Bahn Hamburg, DB) verstärken die Geschäftsführung der Autozug Sylt GmbH und werden gemeinsam mit Carsten Carstensen auch die Dachgesellschaft RDC Deutschland (RDC D) leiten. Der RDC-Aufsichtsrat wird künftig von Alexander Hedderich, zuvor unter anderem Vorsitzender der DB Schenker Rail AG, und dem Ex-Produktionsvorstand DB Fernverkehr, Jörg Manegold, verstärkt.

„RDC will damit auch deutlich machen: Wir wollen dauerhaft in Deutschland bleiben“, sagte Sprecherin Quentin.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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