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Schul-Ski-Freizeit hätte teuer werden können

Bahn-Tickets Schul-Ski-Freizeit hätte teuer werden können

Swantje Beckmann ist stocksauer. Die Lehrerin der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel buchte im Gruppensparpreis für ihren Ski-Langlauf-Kursus am Dienstag eine Fahrt nach Oberstdorf im Oberallgäu. Das wurde jedoch teurer als erwartet.

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Am Münchener Hauptbahnhof herrscht geschäftiges Treiben. Hier müssen auch Reisende ins Allgäu umsteigen.

Quelle: dpa

Kiel. 96 Euro pro Kind hat sie im Servicecenter des Kieler Hauptbahnhofs für die Hin- und Rückfahrt zahlen müssen – denselben Preis wie für einen Erwachsenen. Ein technische Fehler, der laut Deutscher Bahn derzeit bundesweit auftritt. Und dieser führt dazu, dass auch für ein Kind der Preis eines Erwachsenen berechnet wird.

Keine Gruppen-Karten im Internet

„Mit dem Start des Vorverkaufs sind bedauerlicherweise Fehler in den Vertriebssystemen der Deutschen Bahn aufgetreten“, lautet die Erklärung der Bahn auf Anfrage. Das bedeutet: Bei dem Angebot „Sparpreis Gruppe“ für die Züge des Fernverkehrs (ICE, IC oder EC) wird die Ermäßigung von 50 Prozent für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren nicht berechnet.

Stutzig wurde Beckmann schon frühmorgens im Servicecenter, wo sie am ersten Tag des Vorverkaufs extra um 5.45 Uhr vor der Tür stand, um besonders günstige Karten zu bekommen. „Im vergangenen Jahr habe ich für denselben Zeitraum 40 Euro pro Kind bezahlt“, sagt sie. „Als ich fragte, warum der Preis sich mehr als verdoppelt hat, bekam ich keine Antwort.“ Sie hat die Karten dann trotzdem an Ort und Stelle gekauft, weil sie mit einer Gruppengröße von mehr als 21 Personen bei der Bahn keine Karten mehr im Internet kaufen darf und sie ihren 45 Schülern die Fahrt unbedingt ermöglichen wollte.

Kinder müssen nur 48 Euro zahlen

Zuhause angekommen, schaute sie sich die Online-Preise an und stellte fest, dass ein Erwachsener für die identische Fahrt nur 58 Euro hin und zurück zahlen muss. „Es kann doch nicht angehen, dass Kinder, die alle unter 14 Jahre alt sind, soviel zahlen müssen“, findet sie. Beckmann recherchierte weiter und stellte fest, dass sogar ein gecharterter Bus günstiger wäre. „Ich zahle doch für eine Bahnfahrt mit Umsteigen keine 4700 Euro, wenn ich einen Bus haben kann, der uns für 3000 Euro bis vor die Tür bringt.“

Seit fünf Jahren fährt die Lehrerin mit Schülern der fünften bis neunten Klasse im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ auf Ski-Tour, erst nach Norwegen und seit drei Jahren nach Oberstdorf. Die jetzt geplante Fahrt soll am 7. Januar kommenden Jahres, also direkt nach den Weihnachtsferien, gemeinsam mit Schülern der Hebbelschule starten.

Die Deutsche Bahn sicherte inzwischen zu, dass die Kinder nur 48 Euro zahlen müssen. „Die Kollegen aus der IT arbeiten mit Hochdruck an der Korrektur dieses Fehlers. Eine Bereinigung ist für den 28. Oktober vorgesehen“, erklärte eine Bahnsprecherin. Dass ein Erwachsener derzeit im Internet mit 58 Euro nur zehn Euro mehr zahlen muss, erklärt die Bahn mit unterschiedlichen Verfügbarkeiten und Ermäßigungen. So würden sich unterschiedliche Preiskonstellationen ergeben.

Beckmann und andere betroffene Kunden, die im Angebot „Sparpreis Gruppe“ für Kinder unter 14 Jahren Tickets gebucht haben, können ihre Fahrkarte ab Freitag, 28. Oktober, in der Verkaufsstelle, in der sie die Buchung vorgenommen haben, umtauschen. Dort wird die Differenz erstattet, verspricht die Bahn. Beckmann freut sich über diese Entwicklung und wird nun wie geplant mit ihrer AG in die Skifreizeit reisen.

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