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Der Norden bleibt dynamisch

Tourismusbranche im Norden Der Norden bleibt dynamisch

Die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein kann sich über ein anhaltendes Hoch freuen. Nur wenige Wölkchen trüben die Ergebnisse des 13. Tourismusbarometers, die der Sparkassen- und Giroverband am Dienstag gemeinsam mit dem Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer in Kiel präsentierte.

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Eine Bestandsaufnahme der Situation rund um den Tourismus in Schleswig-Holstein machen am Dienstag Branchenexperten in Kiel.

Quelle: Astrid Schmidt

Kiel. Um kleinere und mittlere Betriebe in den Regionen noch stärker zu fördern, kündigte Meyer den Aufbau eines Kompetenzzentrums an, in dem sich alle Akteure der Branche vernetzen sollen. Das Land wolle die noch nicht näher definierten Kosten für ein solches „Clustermanagement Tourismus“ zu mehr als 50 Prozent übernehmen, versprach Meyer. Kleine und mittlere Betriebe bräuchten in vielfacher Hinsicht Beratung und Unterstützung bei Themen wie Qualitätsmanagement, Digitalisierung, Marketing oder Fachkräftemangel. Damit solle die Wettbewerbsfähigkeit für eine „zentrale Säule der touristischen Entwicklung“ gesichert werden. Wo genau eine solche Anlaufstelle entstehen soll, sei allerdings noch unklar.

„Trotz guter Zahlen gibt es immer etwas zu verbessern, wir können uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen“, mahnte TVSH-Vorsitzender Jörn Klimant. Die „Lorbeeren“ stehen für eine Steigerung bei den Übernachtungszahlen in Betrieben mit mehr als zehn Betten und Campingplätzen um 6,2 Prozent auf 26,35 Millionen. Im sogenannten „grauen Beherbergungsmarkt“ (unter zehn Betten) listet das Tourismusbarometer 47,7 Millionen Übernachtungen auf. „Ein hervorragendes Ergebnis“, lobte Klimant. Damit habe der echte Norden nicht nur die Konkurrenten Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen überholt, sondern auch bundesweit das beste Ergebnis aller Flächenländer erzielt.

Der anhaltende Aufwärtstrend zeige deutlich, dass die Tourismusstrategie des Landes langsam greife, betonte Reinhard Meyer. Das Erschließen neuer Zielgruppen, zum Beispiel aus dem Ausland, mache sich ebenso bemerkbar wie der Zuwachs in der stark beworbenen Nebensaison. „In diesem Segment gibt es momentan am meisten Dynamik“, sagte Meyer. Für die Beliebtheit der Regionen gilt: Küsten vor Städten vor Seen. Die Ostseeküste hat sich mit einem Plus von 8,3 Prozent im Wettbewerb der Küstenregionen am stärksten entwickelt. Neue, hochwertige Ferienanlagen und Hotels machten die Region auch für junge Gäste attraktiv. Aber auch Schleswig-Holsteins Städte haben 2014 von dem Boom profitiert. Sowohl kleinere Städte wie Glückstadt mit einem Plus von 16,2 Prozent, als auch größere Städte wie Kiel (plus 7,3 Prozent) und Lübeck (plus 7,1 Prozent) legten bei den Übernachtungen deutlich zu.

Sorgen bereitet vor allem die Infrastruktur. Da hinke man anderen Ländern um Jahrzehnte hinterher, kritisierte Klimant. „Auf Straße und Schiene haben wir in Schleswig-Holstein immer noch starke Defizite, das lässt sich nicht wegdiskutieren.“ Auch Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, betonte die Bedeutung einer gut ausgebauten Infrastruktur für den Tourismus. „Die wird immer noch unterschätzt“, sagte Boll.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH