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Investitionsbank steigert das Neugeschäft

Bauboom in Norden Investitionsbank steigert das Neugeschäft

Schlecht für Sparer, gut für die Konjunktur und die Beschäftigungslage: Die extreme Niedrigzinsphase hat das Geschäft mit Förderprodukten der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH) 2015 beflügelt.

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Die Wirtschaft im Norden brummt, Motor ist die Baubranche.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Kiel. „Wir haben einen Bauboom, insbesondere im Wohnungsbau im Norden“, sagte am Mittwoch in Kiel IBSH-Vorstandsvorsitzender Erk Westermann-Lammers. Das Fördervolumen stieg 2015 demnach im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. „Das zeigt uns auch: Wir haben die Finanzierungsinstrumente, die Firmen, Kommunen und Privatkunden brauchen und exakt den Bedarf treffen“, sagte der IBSH-Chef.

In der Immobilienförderung vergab das Institut 582 Millionen Euro (plus neun Prozent), davon alleine 120 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau. „Das ist auch ein Betrag zur Energiewende, weil so 731 Neubauten mit hohen energetischen Standards errichtet werden konnten“, sagte Westermann-Lammers. Mit seiner Wirtschaftsförderung habe das Institut im vergangenen Jahr zur Schaffung von mehr als 2000 Arbeitsplätzen beigetragen, ein Plus von 44 Prozent. Und weil die IBSH auch 2016 von der Rating-Agentur Fitch mit der Bestnote AAA bewertet wurde, „sind wir in der Lage, uns auf dem Kapitalmarkt noch besser refinanzieren zu können, die Vorteile geben wir weiter“.

Langfristige Stabilität der Kommunalfinanzen

Und auch die kostenlose Beratung durch Förderlotsen spiele beim zentralen Förderinstitut des Landes Schleswig-Holstein eine immer größere Rolle: „Wir erwarten, dass in den kommenden zehn Jahren 7000 Unternehmensnachfolgen geklärt werden müssen – und die Nachfolger stehen nicht gerade Schlange“, sagte Westermann-Lammers. Gemeinsam mit der Bürgschaftsbank würden deshalb mit dem neuen Produkt „Gründung und Nachfolge“ seit diesem Monat zinsgünstige Kredite bis zu 500.000 Euro und einer 80-prozentigen Ausfallbürgschaft über die Hausbanken vergeben.

Die Kommunen haben wegen der Niedrigzinsphase insgesamt 603 Millionen Euro abgerufen: „Das sorgt für langfristige Stabilität der Kommunalfinanzen“, betonte der IBSH-Chef. Die Bilanzsumme der Investitionsbank erhöhte sich leicht von 18,2 auf 18,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung stieg kräftig von 56,7 auf 64,7 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 18,2 Prozent.

Für die derzeit 575 Mitarbeiter des Instituts rückt der schon länger beabsichtigte Umzug aus neun Standorten in einen Neubau an der Hörn näher. Laut Vorstand Michael Adamska werde ein Kaufvertrag „noch in diesem Jahr“ unterzeichnet; ein Umzug in das neue Gebäude mit Platz für etwa 600 Mitarbeiter sei 2019 oder 2020 geplant.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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