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Nun doch: Verfahren wird eröffnet

Beate-Uhse-Fall Nun doch: Verfahren wird eröffnet

Nach Ablehnung durch das Kieler Landgericht: Oberlandesgericht lässt Anklage gegen zwei ehemalige Vorstände der Flensburger Sparkasse wegen Untreue zu.

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Das OLG stimmte der Staatsanwaltschaft Kiel teilweise zu und lässt nun doch das Verfahren im Beate-Uhse-Fall zu.

Quelle: dpa

Kiel. Es war – und bleibt offenbar – einer der spektakulärsten Wirtschaftskrimis im Norden: Im Juni ließ das Landgericht Kiel den Fall um den mutmaßlichen Millionen-Betrug mit Beate-Uhse-Aktien und den Zusammenbruch der ehemaligen Flensburger Sparkasse platzen. Die Staatsanwaltschaft legte vor dem Oberlandesgericht Schleswig Beschwerde ein – und bekam nun Recht. Gestern wurde das Verfahren gegen zwei ehemalige Vorstände der Flensburger Sparkasse wegen Untreue in vier besonders schweren Fällen vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichtes zugelassen.

 „Wir sehen unsere Rechtsauffassung im Wesentlichen bestätigt“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Im Wesentlichen, weil es bei weiteren Betrugs- und Untreuevorwürfen gegen ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des Erotikkonzerns – darunter Beate Uhses Sohn Ulrich Rotermund – nicht zum Verfahren kommen wird. Beim Landgericht wollte man die Entscheidung des Oberlandesgerichts gestern nicht kommentieren. „Die Kammer wird das weitere Vorgehen prüfen“, sagte Gerichtssprecher Felix Lehmann.

 Den Beschuldigten wird vorgeworfen, 2005 ohne entsprechende Sicherheiten die Vergabe von Krediten in Höhe von rund 45 Millionen Euro an Strohfirmen auf den Weg gebracht zu haben – angeblich, um damit Aktienkäufe zu finanzieren, die den abgestürzten Kurs des Beate-Uhse-Papiers wieder hochtreiben sollten. Die Aktienpakete sollten dabei als Sicherheit für die Darlehen dienen. Doch der Verfall der Erotik-Aktie hielt an, die Flensburger Sparkasse schlingerte an den Rand der Pleite und musste schließlich mit der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) fusionieren, die durch die Flensburger Altlasten zu einem 180-Millionen-Euro-Sanierungsfall wurde.

 Mangels hinreichenden Tatverdachtes, aufgrund verjährter Delikte und eines womöglich unglaubwürdigen Belastungszeugen hatte das Landgericht die Eröffnung des Hauptverfahrens im Juni nach einer dreieinhalbjährigen Hängepartie abgelehnt, was als Ohrfeige für die Staatsanwaltschaft gewertet werden konnte. Das OLG kippte nun diese Entscheidung teilweise. Die Anklagevorwürfe gegen die beiden früheren Vorstände der Flensburger Sparkasse seien nicht verjährt, da die Verjährung erst bei der „Beendigung der Straftat“ beginne, heißt es in der Begründung. Und die habe sich bis Anfang 2008 hingezogen.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
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