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Zukunftsmusik der Windkraft

Branchenfokus in Kiel Zukunftsmusik der Windkraft

Der zehnte Kieler Branchenfokus Windindustrie war am Dienstagabend ein kleines Jubiläum und zugleich Gelegenheit, die Visionäre des Windes an die Front respektive ans Mikrofon zu lassen. Die Vordenker machten im Wissenschaftszentrum deutlich, dass der regenerativen Branche die Ideen so schnell nicht ausgehen dürften.

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Noch existieren die Pläne für die Windkraft der Zukunft nur in Umrissen. Doch Ideen gibt es bereits viele.

Quelle: dpa

Kiel. 1300 Interessierte hat der von Kieler Wirtschaftsförderung KiWi, Maritimem Cluster Norddeutschland und Interessenverband Windcomm Schleswig-Holstein organisierte Branchenfokus bislang angelockt, so beherzt wie diesmal wurde dabei noch nie über den Tellerrand geblickt. „Neu denken“ wollen etwa Alexander Bormann und sein Team von der Brandenburger Enerkite GmbH die Windenergie. Ähnlich wie Kitesurfer nutzen sie den Wind als Antriebsquelle, nur dass am Ende kein Wellenritt, sondern grüner Strom herauskommt. Natürlich sind bei Enerkite die Details kompliziert und nach Bormanns Eingeständnis oft noch lange nicht gelöst. Gleichwohl besticht die Grundidee: Drachen 80 bis maximal 200 Meter hoch steigen und den Wind ordentlich arbeiten lassen, sie schnell wieder zurückholen, wieder steigen lassen und immer schön Energie erzeugen. Das Ganze läuft automatisiert und mit dem Ziel, die Kilowattstunde Windstrom für weniger als fünf Cent zu produzieren. Der Clou: Von der Intensität der Luftbewegung her lassen sich die mobilen Flugwindkraftanlagen laut Bormann global an 80 Prozent aller Standorte betreiben.

 Eine 30-Kilowatt-Anlage im sporadischen Testbetrieb gibt es bereits, 2016 wollen die Brandenburger einen Prototypen aufbieten und 2018 in die Kleinserienproduktion gehen. Pionier Bormann jedenfalls spricht von „ganz großen Möglichkeiten“, die er nun auch in Schleswig-Holstein weiter ausbauen will: Enerkite hat sich den Flugplatz Leck als Experimentierwiese auserkoren.

 Klassifikation und Beratung in maritimen Dingen ist das Kerngeschäft der DNV GL, die aus der Fusion der Germanischen Lloyd mit ihrem norwegischen Gegenpart DNV hervorging. Die Energie-Sparte des weltweit 16000 Mitarbeiter beschäftigenden Unternehmens ging jüngst ans Thema Offshore heran und entwarf eine Vision fürs Jahr 2050. Immer größer werden laut Abteilungsleiter Peter Frohböse die Windprojekte auf See, sie sind immer weiter von der Küste entfernt und in immer tieferem Wasser. Herkömmliche Verfahren stoßen an ihre technischen und wirtschaftlichen Grenzen, glauben die Deutsch-Norweger, die deshalb auf schwimmende Fundamente für die Windkraftanlagen setzen. Viel Serienfertigung, geringer Aufwand bei Aufbau und Demontage, das sind laut Frohböse die Vorteile, die Nachteile liegen einstweilen in zahlreichen Problemen der technischen Realisierbarkeit.

 Die Skywind GmbH aus Büdelsdorf hat es derweil nicht so sehr mit Visionen, schöpft aber dafür ihre innovative Kraft aus einer konsequenten Strategie der Optimierung. Modulare Bauweise, strikte Vereinfachung, Themen wie Wartung und Gewährleistung schon bei der Planung mitdenken, das sind nach Angaben von Geschäftsführer Frank Richert die bereits in einem Technologieträger verwirklichten Prinzipien. Gemeinsam ist allen drei Konzepten, dass das Thema Einspeisevergütung keine Rolle mehr spielt. Das Ziel ist sicherer und sauberer Ökostrom, der mindestens so günstig ist wie konventionell erzeugte Konkurrenzprodukte. mag

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