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Stadt und Kreative gehen in die Offensive

Bericht KreativKiel Stadt und Kreative gehen in die Offensive

Am Mittwoch stellten Bildungsderzernentin Renate Treutel und KiWi-Geschäftsführer Werner Kässens den Bericht "KreativKiel -Stadt im Dialog" vor. Demnach steht fest: Kreative machen die Stadt auch als Wirtschaftsstandort und als Impulsgeber für die Stadtentwicklung attraktiv.

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Symbol für Tradition und Moderne: das Titelbild der Dokumentation.

Kiel. Was haben Designer, Architekten, IT- und Software-Experten gemeinsam? Sie gehören als Aktive zur Wachstumsbranche der Kultur- und Kreativwirtschaft, die die Stadt gemeinsam mit ihrer Wirtschaftsförderungsgesellschaft (KiWi) weiter nach vorne bringen will. Was es dafür an Maßnahmen braucht, dokumentiert der Bericht „KreativKiel – Stadt im Dialog“ , den Bildungsdezernentin Renate Treutel und KiWi-Geschäftsführer Werner Kässens am Mittwoch vorlegten. Für beide steht aber bereits fest: Kreative machen die Stadt auch als Wirtschaftsstandort und als Impulsgeber für die Stadtentwicklung attraktiv.

Von Mai 2014 bis September 2015 loteten Stadt, KiWi, Hochschulen und Akteure aus der Kultur- und Kreativszene gemeinsam aus, wie man die Branche stärken kann. Vorausgegangen war eine entsprechende Empfehlung von Forschern des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Kreativen als entscheidenden Faktor für Innovationen und Produktivitätssteigerungen stärker zu berücksichtigen. Mit 2800 Unternehmen und fast 900 Millionen Euro Umsatz seien solche Firmen in der Region relativ stark vertreten.

Die Akteure dabei zu unterstützen, mit ihren Ideen auf dem Markt Fuß fassen zu können – das haben sich Treutel und Kässens auf die Fahnen geschrieben. Was das im einzelnen bedeutet, zeigen Handlungsempfehlungen für die Politik auf 186 Seiten in dem Bericht, den Akteure aus der Kieler Kreativwirtschaft geschrieben und gestaltet haben. Um drei Zielgruppen will sich die Stadt kümmern und ihnen, je nach Bedarf, geeignete Räume verschaffen: um die „jungen Wilden“, die wenig Geld in der Tasche haben und sich gemeinsam mit anderen Kreativen ausprobieren wollen. Die „jungen Professionellen“ haben dagegen bereits funktionierende Geschäftsideen und planen sich weiter zu etablieren, die „alten Hasen“ sind Inhaber eigener Unternehmen und haben klare geschäftliche Ziele.

Wohin in Kiel die kreative Reise genau geht, ist zwar noch ungewiss. Doch das Ziel ist eindeutig: „Wir möchten Kiel zu einer guten Adresse für die Kreativwirtschaft machen. Bisher ist das ein Hemmnis, weil Kiel noch nicht so ernst genommen wird.“, kündigte Treutel an, überregional werben zu wollen. Als neue Ansprechpartnerin der Stadt soll Eva Plankenhorn, die zusammen mit Sarah Friese das Projekt begleitet hat, den Kreativen den Weg durch den Behördendschungel erleichtern. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft sieht es als ihre Aufgabe an, die Kreativen als „Unternehmer von übermogen“ mit traditionellen Firmen zusammenzubringen, geeignete Räume zu finden, auch mal in leer stehenden Gebäuden, Kiel als Kreastiv-Standort zu vermarkten und die Innovation durch den stärkeren Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen zu unterstützen. Neun bereits vorhandene Kreativ-Standorte von der Muthesius Hochschule bis zum Anscharpark im „Kreativen Archipel Kiel“ listet die Broschüre in einer Auflage von etwa 450 Exemplaren auf. Weitere sollen entstehen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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