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Bestellt Oslo neue U-Boote bei HDW?

Norwegen will Flotte modernisieren Bestellt Oslo neue U-Boote bei HDW?

Die Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft AG hat Chancen auf einen neuen Großauftrag: Norwegen will ab 2020 seine U-Bootflotte modernisieren. Wahrscheinlich werden die sechs aktiven U-Boote durch Neubauten von HDW ersetzt. Die Nachricht platzt mitten in eine neue Diskussion über deutsche Rüstungsexporte.

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Bekommen auch die Norweger neue U-Boote von HDW?

Quelle: Behling

Kiel. Aus Militärkreisen wird ein Auftragsvolumen von 2,5 bis 3,5 Milliarden US-Dollar für den möglichen Großauftrag aus Norwegen genannt. Eine Sprecherin der Werftengruppe ThyssenKrupp Marine Systems wollte sich dazu nicht äußern. In Norwegen werden nach einem Bericht des Magazins „Naval Technology“ derzeit drei Varianten diskutiert: der komplette Ersatz der aus sechs Einheiten der „Ula“-Klasse bestehenden U-Boot-Flotte, eine Modernisierung der Boote und eine Kombination aus Anschaffung von zwei bis drei Neubauten und der Modernisierung eines Teils der „Ula“-Boote. Eine Entscheidung wird im Ministerium bis 2014 erwartet.

 Für die im Bau konventionell angetriebener U-Boote auf der Welt führende Kieler Werft HDW könnte ein Auftrag aus Norwegen die Auslastung weit über das Jahr 2020 hinaus sichern. In den Auftragsbüchern der Werft stehen derzeit mehrere U-Boote. Am Standort Kiel werden je zwei U-Boote für die deutsche und die israelische Marine gebaut. Der Vertrag für ein drittes U-Boot für Israel ist in der Endphase der Verhandlung. Darüber hinaus liefert HDW Komponenten für den Bau von U-Booten nach Kieler Plänen an die Türkei, Israel sowie Südkorea. Interesse an U-Boottechnologie aus Kiel haben auch Kolumbien, Indien sowie Australien.

 Die Lieferung von U-Booten aus Deutschland an Israel bleibt unterdessen umstritten. Die Bundesregierung hatte den Export offensichtlich nicht an förmliche Auflagen für die künftige Bewaffnung geknüpft. Er könne „solche Vorbehalte nicht bestätigen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Seibert verteidigte die Lieferung: Damit stehe man in der Kontinuität der deutschen Vorgängerregierungen.

 Der „Spiegel“ hatte behauptet, die drei aus Deutschland bereits gelieferten U-Boote des Bautyps " Super Dolphin" seien in Israel mit nuklear bestückten Marschflugkörpern ausgerüstet worden, und sich dabei auf eigene Recherchen berufen. Die israelische Regierung hatte dies – wie bisherige Berichte über den Besitz von Atomwaffen – weder bestätigt noch dementiert.

Auch  in einem Interview mit der BILD-Zeitung (Dienstagsausgabe) ging Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nicht auf die angeblich atomare Bewaffnung der U-Boote ein. Israel werde niemals andere Nationen bitten, für sich zu kämpfen, sagte er. "Es ist eine große Errungenschaft des jüdischen Staates, dass wir uns gegen jede Bedrohung selber verteidigen können." Er wisse Deutschlands Sorge um Israels Sicherheit zu schätzen, so der Regierungschef. "Ich halte es aber mit Churchill: Gebt uns die Werkzeuge, dann schaffen wir es schon selbst, uns zu wehren."

Die Linke forderte die Einstellung jeder weiteren Lieferung.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Konflikte
Die U-Boote aus Deutschland sind für Israels Sicherheit von großer Bedeutung, sagt Premier Netanjahu.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die von Deutschland gelieferten U-Boote als "sehr wichtig" für die Sicherheit seines Landes bezeichnet. Ob dies wegen einer Ausrüstung der Boote in Israel mit Atomwaffen so sei, ließ er jedoch offen.

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