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Bayer leitet den Rückzug ein

Brunsbüttel Bayer leitet den Rückzug ein

Ab 1973 baute Bayer sein Chemiewerk in Brunsbüttel auf, seit 1977 produziert der Konzern an der Elbe Vorprodukte für Schaumstoffe. Bis zum Jahresende wird sich Bayer endgültig aus dem Industriepark zurückziehen.

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Covestro in Brunsbüttel: Als Bayer 1973 die Entscheidung für die Stadt zwischen Kanal und Elbe bekannt gab, verbanden sich damit große Hoffnungen bei Politikern in Schleswig-Holstein. Sie hofften, dass mit Bayer weitere Chemieunternehmen an den Standort ziehen würden und bis zu 15000 Arbeitsplätze dort entstehen könnten.

Quelle: hfr

Brunsbüttel. Die Sparte Bayer Material Science, zu der das Werk gehört, heißt seit kurzem Covestro – und soll noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden, wie der Konzern gestern ankündigte.

Vor rund zehn Jahren begann schon ein Teilrückzug aus Brunsbüttel. Denn bis 2005 produzierte der Chemie- und Pharmakonzern dort auch Spezialchemie-Produkte. Die Sparte wurde 2004 ausgegliedert, in Lanxess umbenannt und dann am 31. Januar 2005 an die Börse gebracht. Heute sind Covestro und Lanxess in Brunsbüttel Nachbarn. Lanxess stellt dort Alterungsschutzmittel für Kautschuk und Vorprodukte für Pflanzenschutzmittel her.

Bis Jahresende soll Covestro an die Börse

Am Freitag gab Bayer Details zum geplanten Börsengang bekannt. Es wäre einer der größten Börsengänge seit Jahren in Deutschland – und die nächste Wegmarke im großen Umbau von Bayer: Bis zum Jahresende will der Konzern seine Kunststoff-Tochter Covestro an die Börse bringen. Mit dem Erlös aus den geplanten Anteilsverkäufen sollen Schulden abgebaut werden.

Bayer konzentriert sich damit auf die Sparten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Die Kunststoffsparte Covestro stellt unter anderem Dämm-Material, Lacke, Beschichtungen, Klebstoffe und Matratzenschaum her. In Brunsbüttel produziert Covestro MDI, ein Vorprodukt für harte Schaumstoffe. Das Unternehmen mit 16000 Mitarbeitern, davon rund 600 in Brunsbüttel, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro und liegt damit in der Größenordnung von Dax-Konzernen wie Merck oder Heidelberg Cement. Mehr als die Hälfte der Anteile sollen zunächst noch bei den Leverkusenern bleiben. Auf längere Sicht soll Covestro komplett vom Mutter-Konzern abgespalten werden, laut Bayer-Finanzchef Johannes Dietsch spätestens bis 2020. Standortschließungen und Stellenabbau in Deutschland schließt Covestro bis dahin aus.

Politikerpläne gingen nicht ganz auf

Als Bayer 1973 die Entscheidung für Brunsbüttel bekannt gab, verbanden sich damit gewaltige Hoffnungen bei Politikern in Schleswig-Holstein. Sie hofften, dass mit Bayer weitere Chemieunternehmen an den Standort ziehen würden und bis zu 15000 Arbeitsplätze dort entstehen könnten; alleine Bayer wollte ursprünglich bis zu 5000 Arbeitsplätze schaffen. Und so förderte das Land den Aufbau des Industriegebietes mit rund 500 Millionen Mark (rund 250 Millionen Euro). Doch diese Pläne gingen nicht ganz auf. Aber südlich des Nord-Ostsee-Kanals und direkt an der Elbe entstand das größte Industriegebiet des Landes, Konzerne wie Total, Shell, und Yara sowie der südafrikanische Sasol-Konzern nördlich des Kanals produzieren hier; insgesamt beschäftigen die Firmen rund 2500 Mitarbeiter.

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