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Land will bei LNG Gas geben

Brunsbüttel Land will bei LNG Gas geben

Der Termin steht. Am 28. November 2018 wird das erste Kreuzfahrtschiff mit Gasmotoren von der Meyer Werft an die Reederei Aida übergeben. Bis 2030 sollen 80 Prozent der Aida-Passagiere auf Schiffen mit LNG als Treibstoff fahren.

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Der Terminal Gate in Rotterdam wird mit großen Tankschiffen aus Norwegen und dem arabischen Raum versorgt. 2014 wurden dort rund acht Millionen Kubikmeter LNG gelöscht.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Ob diese Schiffe dann auch in deutschen Häfen mit Treibstoff versorgt werden können, lässt Reederei-Chef Michael Thamm kalt. „Wir wissen, dass es andere Häfen gibt, wo es schon heute problemlos möglich ist, LNG zu bekommen“, sagte Thamm jetzt in Hamburg. In den Niederlanden, Belgien, Litauen, Norwegen und Schweden gibt es bereits große LNG-Importterminals. In Frankreich, Polen, Lettland und Finnland sind Terminals in Bau. Die Industrienation Deutschland ist weiterhin ein weißer Fleck auf der LNG-Karte. Beim Thema Gas setzte die Bundesregierung bislang nur auf Importe aus Russland.

Brunsbüttel als bester Standort

„Das muss sich ändern, allein schon aus Gründen der Versorgungssicherheit“, fordert Frank Schnabel von Brunsbüttel Ports. Seit 2011 ist er einer der Hafenmanager, die dieses Gas-Thema forcieren. Zusammen mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Ralf Fiedler vom Frauenhofer Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen präsentierte Schnabel in Kiel am Dienstag die Bedarfsanalyse für LNG. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Brunsbüttel der beste Standort für den Bau des ersten deutschen LNG-Import-Terminals ist. Das Flüssiggas kommt aus Norwegen, den USA, Algerien oder Katar mit großen Tankern. In Rotterdam ist der Umschlag rasant nach oben geschnellt. „Im Moment wird LNG in Tankcontainern mit Lastwagen zum Beispiel nach Hamburg in den Hafen gefahren“, sagte Fiedler.

Ganz Deutschland soll profitieren

„Von einem LNG-Terminal würde keineswegs nur der energieintensive ChemCoast-Park Brunsbüttel mit seinen Betrieben profitieren, sondern die gesamte Bundesrepublik“, betonte Meyer. Er forderte in dem Zusammenhang erneut den Bund auf, die entsprechende Infrastruktur rasch voranzutreiben: „Wir sind bereits spät dran – und aus Gesprächen bei der EU-Kommission weiß ich, dass auch dort der Wunsch nach dem Aufbau einer LNG-Struktur groß ist.“

Mit Brunsbüttel gebe es bereits einen Standort, der in Deutschland optimal für den Bau des Terminals sei, so Meyer. Beim Elbehafen könnte ein etwa 50 Meter langer Tank mit einem Fassungsvermögen von rund 50000 Kubikmetern gebaut werden. Die Terminals in den Niederlanden können 540000 Kubikmeter fassen. „Dann reden wir über Investitionen von mehreren Hundert Millionen Euro“, sagte Schnabel. Er hat sich mit den Konzernen Shell, Gasunie und Yara Partner geholt.

Zustimmung gibt es auch von Umweltverbänden wie dem Nabu oder den Grünen. Eine Ausweitung von LNG wäre gut für Energiesicherheit und Umwelt. Sie böte zudem Chancen für Arbeitsplätze und Technologieentwicklung, sagte Bernd Voß, Sprecher für Europapolitik und maritime Politik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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