16 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Wagner Pralinen insolvent

Brunsbüttel Wagner Pralinen insolvent

Sie gilt als schleswig-holsteinisches Vorzeigeunternehmen: die Wagner Pralinen GmbH. Edle Trüffel, Pralinen und Schokolade aus Brunsbüttel werden nicht nur in Deutschland geschätzt, sondern auch in vielen anderen Ländern. Doch jetzt musste das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern Insolvenz anmelden.

Voriger Artikel
Leuchtturm in der Bio-Szene
Nächster Artikel
Dräger nimmt Abschied von Alcotest-Röhrchen

Viel Handarbeit: Die Produktion von Pralinen und Trüffeln bei Wagner erfolgt in zehn bis 15 Arbeitsschritten

Quelle: hfr

Brunsbüttel. Am frühen Dienstagabend veröffentlichte das zuständige Gericht in Pinneberg die knappen Fakten. Geschäftsführer Jörg Wagner hatte Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht den Hamburger Rechtsanwalt Klaus Pannen ein. Pannen ist ein erfahrener und bundesweit anerkannter Verwalter. Derzeit ist er beispielsweise auch zuständig für die Pu Ren Germany GmbH, die 2014 den Flughafen Lübeck übernommen hatte. Wagner-Geschäftsführung und Insolvenzverwalter waren am Abend nicht mehr zu erreichen. Informationen zu den Gründen für die Insolvenz gibt es daher derzeit noch nicht.

Markt immer weiter ausgeweitet

Die Wagner Pralinen GmbH hat in den vergangenen Jahren ihr Geschäft stetig ausgeweitet und sich neue Märkte erschlossen. Das Unternehmen legt Wert auf Handarbeit, um seine Produkte von industriell gefertigten Pralinen abzusetzen. Jedes Produkt wird in zehn bis 15 Arbeitsschritten gefertigt. Kunden sind der Schokoladenfach- und Lebensmittelhandel, Tee- und Kaffeehändler, aber auch die gehobene Gastronomie. Das KaDeWe in Berlin und das Alsterhaus in Hamburg führen ebenfalls Brunsbütteler Süßwaren. Auch Kreuzfahrtreedereien gehören zu den Kunden. Und Wagner hat für Firmen wie Arko und Hussel produziert. Deutschland ist der Hauptmarkt, doch ein großer Teil der Produktion geht mittlerweile ins Ausland, nach Österreich, Italien, Portugal, Skandinavien, Japan und China beispielsweise.

Kakaomarkt ist riskant

Das Unternehmen hat wegen der stetig steigenden Nachfrage noch vor kurzem sogar über eine mögliche Vergrößerung der Produktion nachgedacht. Das Geschäft ist aber sehr wettbewerbsintensiv. Wagner begegnete dem unter anderem durch die regelmäßige Entwicklung neuer Geschmacksrichtungen. Der Kakaomarkt ist inzwischen zu einem Risikofaktor geworden. Bestimmten früher Erntemenge und Qualität den Preis, so sind es heute vielfach die Spekulanten, die den Rohstoff entdeckt haben und Preise nach oben treiben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3