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Weichen für LNG-Importterminal gestellt

Brunsbüttel Weichen für LNG-Importterminal gestellt

Brunsbüttel kämpft um den Bau eines LNG-Terminals: Verflüssigtes Erdgas soll unter anderem als umweltfreundlicher Treibstoff für Schiffe genutzt werden.

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Brunsbüttel Ports hat vor zwei Wochen mit einem Investor aus den Niederlanden eine LNG-Absichtserklärung unterzeichnet.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Brunsbüttel. In Brunsbüttel sind die Weichen für den Bau eines Importterminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) gestellt worden. „Die mögliche Ansiedlung eines LNG-Terminals ist greifbar nahe“, sagte der Geschäftsführer des privaten Hafenbetreibers Brunsbüttel Ports, Frank Schnabel. Sein Unternehmen habe vor zwei Wochen mit einem Investor aus den Niederlanden eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. „Das ist ein klares Signal, ein deutlicher Schritt nach vorne.“

Schnabel bemüht sich bereits seit fünf Jahren um den Aufbau einer LNG-Infrastruktur. Er will in Brunsbüttel ein Terminal bauen, an dem einmal pro Woche ein Tanker aus Katar – einem Emirat am persischen Golf – anlegt und 170.000 Kubikmeter LNG entlädt. Um die 40 Hektar wäre ein solches Importterminal groß, die Investitionen dafür betragen 300 bis 400 Millionen Euro.

Auch Industrie soll LNG abnehmen

Diese Investition rechne sich nicht, wenn mit dem verflüssigten Erdgas nur eine Schiffstankstelle betrieben werden soll, hieß es. Zwar liegen die Brunsbütteler Häfen sowohl an der Elbmündung wie auch am Nord-Ostsee-Kanal; jährlich kommen hier mehr als 40.000 Schiffe vorbei. Außerdem können per Binnenschiff, Güterzug oder Lkw auch Schiffstankstellen in anderen deutschen Häfen von Brunsbüttel aus mit LNG versorgt werden. Doch das reiche trotzdem nicht, erklärte Schnabel: „Denn die Menge, die man für die Schifffahrt braucht, ist trotz allem sehr klein.“

Die Investitionen würden sich jedoch rechnen, wenn auch Teile der Brunsbütteler Industrie das LNG abnehmen. In Brunsbüttel gibt es mehrere international tätige Unternehmen, die einen hohen Gasverbrauch haben. Bislang werden sie über eine Pipeline versorgt. „Sie zeigen zunehmend Interesse, auch Alternativen in das Portfolio aufzunehmen - also Pipeline-Gas zumindest teilweise zu ersetzen durch LNG, also Flüssiggas.“ Warum? Um nicht von einem einzigen Anbieter abhängig zu sein. Außerdem werde LNG immer billiger angeboten, erklärte Schnabel: „Es wird vermutlich preisgleich mit Pipelinegas werden.“

Mit einem Importterminal halte man die Logistik-Kosten gering, sagte Schnabel. „Dann funktioniert LNG auch für den Transportsektor, für die Schifffahrt.“

dpa

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