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Wirtschaft wächst unterdurchschnittlich

Bruttoinlandsprodukt Wirtschaft wächst unterdurchschnittlich

Die Wirtschaft im Norden wächst langsamer als in vielen anderen Bundesländern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Schleswig-Holstein weniger gestiegen als im Durchschnitt.

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In Schleswig-Holstein war insbesondere das verarbeitende Gewerbe rückläufig und musste Verluste von nominal minus 0,2 Prozent und real minus 1,1 Prozent hinnehmen.

Quelle: Stefan Puchner

Kiel. Laut Statistikamt Nord ging 2016 die Summe aller erzeugten Güter und Dienstleistungen nominal um 2,9 Prozent in die Höhe. Nach Bereinigung der Preisveränderungen errechnete sich ein realer Anstieg von 1,4 Prozent. Der Bundesdurchschnitt betrug dagegen 3,3 (nominal) und 1,9 Prozent (real).

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„Schleswig-Holstein muss sich deswegen aber keine Sorgen machen“, sagt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Als Mittelstandsland schlängele es sich stets rund um den Durchschnitt, zuletzt übertraf das Land im Jahr 2012 das Bundesergebnis. Weil es hierzulande wenige große Industriebetriebe gibt, die stark vom Exportgeschäft abhängig sind, gebe es anders als in Süddeutschland nicht so starke Ausschläge nach oben, sagt Jens Boysen-Hogrefe vom Institut für Weltwirtschaft. „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich sehr gut, was dafür spricht, dass sich Schleswig-Holstein nicht von der konjunkturellen Entwicklung im Bundesgebiet abgekoppelt hat“, so der Experte. Laut Meyer befindet sich das Land „auf einem aufsteigenden Ast“. Er betont, dass es sich um vorläufige Berechnungen handele, die meist bis zum Herbst nochmal korrigiert würden.

Verluste im verarbeitenden Gewerbe

In Schleswig-Holstein war im vergangenen Jahr insbesondere das verarbeitende Gewerbe rückläufig und musste Verluste von nominal minus 0,2 Prozent und real minus 1,1 Prozent hinnehmen. Im Baugewerbe stieg die Wirtschaftsleistung zwar mit 4,9 Prozent nominal kräftig an. Weil bei dem Wert aber Preissteigerungen nicht zum Tragen kommen, sieht es real anders aus. Die Branche muss ein Minus von 0,8 Prozent verschmerzen. Ebenso ging laut Statistikamt Nord die Wirtschaftsleistung im Ernährungsgewerbe, Maschinenbau und der chemischen Industrie zurück.

Zulegen konnten dagegen die pharmazeutische Industrie sowie die Branchen Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Geräten. Ein ordentliches Plus verzeichneten Dienstleistungsbereiche, Handel und Gastgewerbe.

Sehen Sie hier das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland nach Bundesländern im Jahr 2016.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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